Verlustreiches Anlagegeschäft vermiest Helvetia die Bilanz

Gebäude der Helvetia in Frankfurt am Main. Quelle: Helvetia

Beim Schweizer Versicherungskonzern Helvetia gab es 2020 einen coronabedingten Einbruch, danach folgte die Erholung 2021 und nun wieder ein Rückschlag im ersten Halbjahr 2022: So ging der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 42,9 Mio. Franken auf 219,5 Mrd. Franken zurück. Der Umsatz sank um 140 Mio. Franken auf rund 6,8 Mrd. Franken. Vorstandschef Philipp Gmür ist dennoch zufrieden.

Aufgrund tieferer Anlagegewinne gingen die Prämieneinnahmen in der Lebensparte zurück: Unter dem Strich standen nach den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Umsatz von rund 2,46 Mrd. Franken (HJ 2021: 2,64 Mrd. Franken), was einem Minus von 6,7 Prozent entspricht. Deutlich besser lief es hingegen im Sachgeschäft mit einem Prämienplus von 6,6 Prozent auf rund 4,17 Mrd. Franken (HJ 2021: 4,069 Mrd. Franken). Die Combined Ratio verbesserte sich um 0,9 Prozentpunkte auf 93,6 Prozent (HJ 2021: 94,5 Prozent).

Das Eigenkapital nahm aufgrund der Verwerfungen an den Aktienmärkten und Neubewertung von Anlagen um knapp 30 Prozent auf 4,47 Milliarden Franken ab. Gemessen an der Solvenzquote (SST) von geschätzt über 280 Prozent bleibe die Gruppe aber nach wie vor stark kapitalisiert, erklärten die Schweizer.

Vorstandschef Philipp Gmür gab sich insgesamt zufrieden: „Helvetia blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2022 zurück. Wir führten den Wachstumskurs vergangener Jahre fort, gewannen flächendeckend Marktanteile, und das bei starken versicherungstechnischen Resultaten. Sehr erfreulich verlief auch die Umsetzung unserer Strategie helvetia 20.25. So haben wir den Geschäftsmix in Spanien weiter verbessert und unseren Anteil an Caser erhöht. Zudem erschließen wir mit dem Fee-Business erfolgreich zusätzliche Ertragsquellen“.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Eidgenossen ihre Beteiligung an Caser weiter erhöht. So hatte die Helvetia weitere zehn Prozent des Aktienkapitals übernommen und besitzt nun 80 Prozent der Anteile. Zudem veräußerte Caser ihren Anteil an der Lebensversicherungsgesellschaft Sa Nostra Vida an die Caixabank. Die Helvetia hatte Caser vor zwei Jahren übernommen.

Zudem hatte der Schweizer Versicherungskonzern jüngst seine Blackout-Versicherung aus dem Sortiment gestrichen. „Das Produkt hat nicht rentiert, die Prämien waren zu tief im Verhältnis zum Schaden. Und jetzt ginge es ohnehin nicht mehr“, betonte Gmür gegenüber der Aargauer Zeitung. Zwischen 2017 und 2021 gab es laut Medienberichten vier Schadenfälle. Allein eine Kunststofffirma im Kanton Schaffhausen war dreimal von einem Stromausfall betroffen. In allen drei Fällen deckte Helvetia einen Teil des Schadens und gab dafür einen fünfstelligen Betrag aus.

Autor: VW-Redaktion

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