Neubau und Sanierung stehen still: DEVK verzweifelt an Kölner Bauamt

DEVK-Zentrale in Köln. Bildquelle: DEVK

Köln ist die Versicherungshauptstadt Deutschlands. Die Bürgermeisterin inklusive Bauamt sollten also Verständnis für die Belange der Branche haben. Dem ist aber offenbar nicht so, wie der Fall der DEVK zeigt. Der Umbau der Zentrale entwickelt sich zur Farce.

Die DEVK hat die Pläne für die Sanierung ihrer Konzernzentrale in Köln- Riehl in der Nähe des Zoos gestoppt, wie VWheute von einer Konzernsprecherin erfuhr. Der Grund ist eine fehlende Genehmigung der Stadt Köln für den Neubau, der neben der bisherigen Zentrale entstehen soll. Gleichzeitig oder zumindest zeitnah soll der Altbau „entkernt und modernisiert“ werden. Ursprünglich waren für den Neubau und die Sanierung der bestehenden Gebäude 750 Mio. Euro eingeplant. „Ich gehe aber davon aus, dass es am Ende 800 Mio. Euro werden“, sagte Vorstand Bernd Zens im Juli. In der Versicherungsmetropole ist eine solche Vergrößerung eigentlich Standard, schließlich haben auch die Axa und Zurich in letzter Zeit eine neue Heimat in der Domstadt gefunden. Doch die Großkirche ist das eigentliche Problem, denn die Sichtlinie zum Weltkulturerbe darf nicht beeinträchtigt werden.

Die Stadt will die Sichtlinie zum berühmten Sakralbau nicht beeinträchtigen und hat ein neues Hochhauskonzept für die Stadt angekündigt. Zusätzlich ist die Parkplatzsituation in Riehl ein Streitpunkt. Dem Neubau müsste das Zooparkhaus weichen, der Versicherer hat Lösungen zur Entlastung vorgeschlagen.

DEVK-Zentrale mit Blick auf den Dom. Quelle: Unternehmen

Bisher ist es seitens der Stadt bei der Ankündigung des Hochhauskonzepts geblieben, das Prozedere zieht sich bereits seit über drei Jahren – sehr zum Unwillen der DEVK. „Eine Entkernung und Neuverschalung nach neusten Energiestandards ist nur sinnvoll, wenn wir wissen, ob und wie der Neubau erfolgen darf“, erklärt die Sprecherin. Ohne die Genehmigung der Stadt liegt derzeit alles still, denn ohne wenigstens ungefähre Vorgaben zur Baugröße und -gestaltung kann kein Architekturbüro einen Entwurf einreichen. „Ohne Details macht auch die Planung und die Modernisierung des Altbaus keinen Sinn“, bringt die Unternehmenssprecherin die Sachlage auf den Punkt. Aktuell wird sich auf nicht verschiebbare Modernisierungen wie die Rolltreppe beschränkt.

DEVK flexibel bei Neubau und Umzug

Das Hochhausproblem ist in Köln nicht neu und immer wieder Streitpunkt. Der angedachte DEVK-Turm wäre kein Novum. Der DEVK-Bau wäre 12 Meter niedriger als der 157 Meter große Kölner Dom und 3 Meter flacher als der Köln-Turm im Mediapark. Der Köln-Triangle , auch LVR-Turm genannt, ist 103 Meter hoch und nur rund drei Kilometer vom Dom entfernt, allerdings im Gegensatz zu der DEVK auf der anderen Rheinseite. Der geplante Turm wäre auch „etwas niedriger“ als das Axa-Hochhaus.

Gegenüber VWheute äußerte sich die DEVK hinsichtlich der Größe und Pläne zum Neubau flexibel, allerdings von der Stagnation belastet. „Der Geschäftsbetrieb geht unverändert weiter“, allerdings arbeiten 500 Mitarbeiter an anderen Standorten in der Stadt, da sie in die Zentrale nicht mehr hineinpassen“. Auf Dauer ist die Situation „unbefriedigend“.  Die DEVK würde gerne „Geschäfte für den Bedarf und einen Kindergarten“ integrieren und damit  zur Viertelaufbesserung“ beitragen, doch die Pläne liegen derzeit auf Eis.

Der Versicherer schaut sich bereits nach Ausweichstandorten „zwischen Bonn und Düsseldorf“ um. Die Stadt Leverkusen habe den Versicherer direkt nach Bekanntgabe der Probleme kontaktiert. Die DEVK ist umtriebig: „Wir haben die Oberbürgermeister von sieben weiteren Städten in der Region angeschrieben“, erklärte Zens vor rund zwei Wochen.

Wie es aussieht ist nun die Stadt Köln am Zug. Ohne klare Regeln zum Hochhausbau kann kein Unternehmen planen und schon gar nicht bauen. Ob die DEVK mit dem Umzug ernst macht oder es bei der Drohung bleibt, hat die Stadt zu großen Teilen selbst in der Hand.

Hinweis: Der Artikel wurde am 28.07.2022 leicht überarbeitet.

Autor: Maximilian Volz

4 Kommentare

  • Leider sind hier einige Angaben nicht richtig. Der Neubau soll 800 Mio. € kosten. 170 Mio. € kostet die Sanierung der Zentrale. Das Axa-Hochhaus ist auch nur 600 Meter von der DEVK Zentrale entfernt. 10 Kilometer entfernt ist die Axa Zentrale.
    Hier sollte man besser recherchieren.

  • Tobias Bontrup

    Den Artikel hat offensichtlich kein Kölner geschrieben. Der LVR-Turm genannt, ist 103 Meter hoch und nur rund drei Kilometer vom Dom entfernt? Wenn man mit dem Auto fährt, schon, was aber kein vernünftiger Mensch machen würde. Zu Fuß sind es nur noch 1,2 Kilometer, und die Luftlinie (was für das Sichtverhältnis zum Dom ja relevant sein dürfte) beträgt noch weniger.

    Erwähnt werden sollte auch, dass Stadt die Sichtlinie zum berühmten Sakralbau nicht beeinträchtigen will, weil dieser sonst den Status als Weltkulturerbe verlieren könnte. Das hatte die UNESCO schon beim Bau des LVR-Turms angedroht. Insofern ist eine gewisse Sensibilität beim Thema Hochhäuser nachvollziehbar.

  • Maximilian Volz

    Danke für ihren Kommentar: Der Schreiber hat sich an den Google-Maps-Daten orientiert. Da sind es tatsächlich rund drei Kilometer. Ihre Hinweis zum Weltkulturerbe wird ergänzt.
    Nochmal danke für den Hinweis.
    Mit freundlichen Grüßen
    Die Redaktion

  • Maximilian Volz

    Danke für die Hinweise.
    Ihre Redaktion.

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