Zieht es die DEVK bald nach Leverkusen?

Konzernzentrale der DEVK in Köln. Quelle: DEVK

Köln ist mit rund 24.950 Beschäftigten der momentan zweitgrößte Versicherungsstandort Deutschlands nach München. Ginge es nach der DEVK, könnten es bald ein paar weniger sein. Der Versicherer erwägt einen Wegzug aus der Rheinmetropole – Bayer-Hochburg Leverkusen könnte einspringen.

Medienberichten zufolge will die DEVK ihren Konzernsitz um ein weiteres Hochhaus am Standort Riehl erweitern. Allerdings scheinen sich die Verhandlungen mit der Stadt Köln derzeit als schwierig zu gestalten. Laut einem Bericht der Internetzeitung Report-K würden sich die Gespräche bereits seit drei Jahren hinziehen – bislang allerdings ohne konkreten Erfolg.

Laut Bericht seien derzeit 1.600 am Standort in Riehl beschäftigt, 500 weitere seien auf verschiedene Standorte in Köln verteilt. Allerdings könnte die Zahl der Beschäftigten laut DEVK bis zum Jahr 2040 auf rund 3.700 steigen. Gehe es nach den Plänen des Versicherers, soll das neue Hochhaus an der Stelle des Zoo-Parkhauses gebaut werden, welches wiederum weichen soll.

„Wir haben bereits mit dem Zoo über dieses Thema geredet. Besonders am Wochenende gibt es wegen der angespannten Parksituation in Riehl immer wieder Ärger mit den Anwohnern. Wir könnten uns vorstellen, das Mitarbeiterparkhaus am Wochenende zusätzlich für die Zoobesucher zu öffnen, um so die Lage zu entspannen. Das öffentliche Parkhaus selbst ist dringend sanierungsbedürftig, da wurde in der Vergangenheit von der Stadt nur wenig unternommen“, wird Vorstand Bernd Zens zitiert.

Ein weiterer Kritikpunkt des Versicherungsmanagers: „Auf der Arbeitsebene gab es immer sehr angenehme Gesprächspartner. Das Problem war und ist für uns die Spitze der Behörde. Wir wurden immer wieder vertröstet, wirklich passiert ist aber bislang nichts.“

Daher sehe Zens nun dringenden Handlungsbedarf: „Wir platzen mit der alten Zentrale aus allen Nähten. Da muss sich dringend etwas tun. Außerdem haben die Verzögerungen das Projekt auch deutlich verteuert. Ursprünglich waren für den Neubau und die Sanierung der bestehenden Gebäude 750 Mio. Euro eingeplant. Ich gehe aber davon aus, dass es am Ende 800 Mio. Euro werden. Die Sanierung der 1982 eröffneten Zentrale haben wir jetzt erst einmal auf Eis gelegt.“

Zudem erwäge die DEVK bereits, ihren Standort Köln-Riehl ganz aufzugeben und ins Umland der Rheinmetropole zu ziehen. „Die Stadt Leverkusen hat sich schon bei uns gemeldet. Da werden wir uns mit den Verantwortlichen zusammensetzen. Wir haben außerdem die Oberbürgermeister von sieben weiteren Städten in der Region angeschrieben“, so der Versicherungsmanager.

Die Ankündigung eines möglichen Abzugs aus Köln scheint laut Bericht aber Wirkung gezeigt zu haben: „Der Baudezernent hat mit uns Kontakt aufgenommen und zugesagt, dass Anfang September im Rat die Rahmenbedingungen für unser Bauprojekt beschlossen werden sollen. Dann könnten wir den erforderlichen Architektenwettbewerb als ersten Schritt in Richtung Baubeginn starten. Allerdings gab es schon mehrere solche Zusagen, die am Ende von der Stadt nicht eingehalten worden sind. Zuletzt war es der 6. Juli, aber auch da ist nichts passiert“, so Zens.

Aber: „Wenn der Ratsbeschluss kommt und der Architektenwettbewerb danach zum Abschluss kommt, müsste zunächst das Baurecht geschaffen werden und wir könnten danach die Bauanträge einreichen. Damit wäre ein Baubeginn frühestens Mitte 2025 möglich“, ergänzt der DEVK-Vorstand.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Jimmy (langjähriger DEVK Kunde)

    Also ganz ehrlich gesagt, wenn der Stadt Köln nichts daran liegt, bereits vorhandene Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen, dann würde ich als Unternehmen die Koffer packen und wegziehen. Dann könnte die Stadt Köln in dem alten DEVK Gebäude Arztpraxen ansiedeln und sich von der anderen Rheinseite Aspirin bei Bayer für ihre Kopfschmerzen bestellen.

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