Generali-CEO Donnet verspricht höhere Gewinne, um seinen Job zu retten

Der Machtkampf um die Strategie und den Spitzenposten von Generali-Chef Philippe Donnet spitzt sich zu (Quelle: Generali)

Mit Spannung wurde gestern die neue Generali-Strategie erwartet. Würde sich CEO Philippe Donnet dem Druck einiger Investoren beugen, die ihn austauschen wollen, wenn er seine Ziele nicht hochschraubt? Er legte einen kühnen Drei-Jahresplan vor, um die Erträge zu steigern, Dividenden anzuheben und Aktien zurückzukaufen.

Auf dem gestrigen Investorentag musste Donnet liefern, denn kürzlich haben seine Gegner, die italienischen Milliardäre Francesco Gaetano Caltagirone und Leonardo Del Vecchio, ihren Aktienanteil am Versicherer auf fast 16 Prozent erhöht und kontrollieren inzwischen 29 Mrd. Euro, VWheute berichtete. Sie fordern einen Strategiewechsel um ihr angelegtes Geld vermehren.

Das mag der Grund sein, warum Donnet jetzt verspricht, den Gewinn pro Aktie bis 2024 jährlich um sechs bis acht Prozent zu steigern, und damit dem deutschen Konkurrenten Allianz voraus ist, der im gleichen Zeitraum eine Steigerung von fünf bis sieben Prozent anstrebt. Außerdem stellte er einen Aktienrückkaufplan in Höhe von 500 Millionen Euro vor, den ersten der Gruppe seit 15 Jahren. Zudem versprach er insgesamt 6,1 Mrd. Euro an die Aktionäre zurückzugeben, etwa ein Drittel mehr als im Zeitraum 2018 bis 2021.

Das sind Zahlen, die man Donnet durchaus zutraut. Denn der Versicherungsmanager, der seit 2016 an der Spitze des Unternehmens steht, hat erfolgreich einen Turnaround durchgesetzt, der auch Verkäufe und Schuldenabbau umfasste. Außerdem steht er Zukäufen offen gegenüber, hat dafür drei bis vier Mrd. Euro in der Kriegskasse. Er sagte, dass Generali sich in Europa und Asien umschaut, um sein Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft auszubauen. Die Vereinigten Staaten und Großbritannien würden ebenfalls als Gebiete für die Erweiterung infrage kommen.

Donnets Strategie erhielt 11 von 13 Stimmen im Generali-Verwaltungsrat. Der zweitgrößte Aktionär von Generali, Francesco Gaetano Caltagirone, stimmte dagegen, während ein Vertreter von Leonardo Del Vecchio nicht an der Sitzung teilnahm. Es bleibt also spannend, wann es zum nächsten Schlagabtausch kommt. Zumindest konnte Donnet die anderen Investoren überzeugen und seinen Job vorerst behalten.

Autor: VW-Redaktion

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