Howden kauft unermüdlich weiter und fasst die Maklerspitze ins Auge

Der Aufstieg von Howden geht auf das Jahr 1994 zurück und beweist derzeit, dass der Marktzutritt auch noch neuen Wettbewerbern offensteht. Quelle: mohamed Hassan auf Pixabay

Fast wöchentlich verkündet der 1994 gegründete britische Versicherungsmakler Howden einen neuen Zukauf. Diesmal handelt es sich um Expat Marine Ltd. (EML), einem spezialisierten Versicherungsmakler, der Kunden in Hongkong Produkte und Beratung in den Bereichen Sozialversicherung und allgemeine Versicherungen anbietet. Auch auf dem Heimatmarkt hat man zugeschlagen.

EML wurde vor 32 Jahren von Peter McTavish gegründet und deckt den Versicherungs- und Risikomanagementbedarf von Privatpersonen und kleinen Unternehmen ab, wobei der Schwerpunkt auf der Deckung von Kunstgegenständen, Jachten und Sportbooten liegt. Als Lloyd’s-Deckungsnehmer ergänzt EML das bestehende Know-how und die Produktpalette von Howden, und das globale Spezialangebot von Howden wird sicherstellen, dass EMLs Netzwerk von vermögenden Kunden Zugang zu einer breiten Palette von Lösungen und globalen Märkten hat.

„EML wird das Leistungsspektrum von Howden Asia in einem breiten Spektrum von Spezialgebieten weiter stärken, während die Kunden von EML von der internationalen Plattform, den Talenten und den Daten- und Analysekapazitäten von Howden profitieren werden“, kommentierte Mark Johnson, CEO von Howden Hongkong.

Auch in Großbritannien verkündete Howden eine Zukauf: Ross Insurance Group. Der Makler betreut überwiegend Firmen- und Technologiekunden.

Zieht es Howden an die Börse?

Der Aufstieg von Howden geht auf das Jahr 1994 zurück und beweist derzeit, dass der Marktzutritt auch noch neuen Wettbewerbern offensteht. Er führt über zwei Jahrzehnte der beharrlichen und erfolgreich konsolidierten Akquisitionen. Mittlerweile beschäftigt die Gruppe 8.500 Mitarbeiter, verzeichnet einen Umsatz von einer Mrd. Pfund und verwaltet ein Prämienvolumen von zehn Mrd. Pfund. Neben den unter der Marke Howden laufenden Makleraktivitäten betreibt die Gruppe auch noch unter der „Dual Brand“ Zeichnungsagenturen, insbesondere für D&O-Deckungen. Immer noch liegen 35 Prozent des Kapitals bei den Mitarbeitern, eine weitere Beteiligung bei der von diesen beherrschten Howden Group Foundation, welche drei Mio. Pfund jährlich für wohltätige Aktivitäten ausgibt.

Neben den Zukäufen Aneco, Oslo, Sarton & Associés, Broker Center Zürichsee AG, CHB Insurance Brokers kam zuletzt der britische Makler Aston Lark hinzu. Veräußerer waren ein von Goldman Sachs verwalteter Investmentfonds sowie die britische Private-Equity-Firma Bowmaker Capital. Allmählich dürfte sich die Frage stellen, wann die Howden Group an die Börsen gehen mag. Die externen Kapitalgeber dürften eine derartige lukrative Exit-Chance erwarten. Ideales Timing wäre wohl nach den anstehenden vielleicht drei Jahren mehr als adäquater Marktprämien und den daraus resultierenden außergewöhnlichen Gewinnen.

Schlechter gerankt als Aon und Marsh

Wesentlich finanziert wurde die Expansion der letzten Jahre durch drei institutionelle Investoren: General Atlantic, CDPQ und Hg Capital. Es stehen aber auch noch 1,265 Mrd. Euro an Bonds aus, die 2025 fällig werden und für die LIBOR plus 325 Basispunkte an Zins zu zahlen sind. Das Gruppenrating von Moody’s liegt bei nicht allzu beeindruckenden B2, was einem S&P B entspräche und wohl bedeutet, dass die Howden Group etwas hart am Wind segeln dürfte. Zum Vergleich: Aon und Marsh bringen es auf ein S&P A-.

Howden ist in kurzer Zeit in die Top-Ten der größten Makler aufgestiegen und könnte bald in die Top-Five aufrücken.

Autor: VW-Redaktion

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