Covéa und Exor verhandeln wieder über Partner Re

Covea-Chef Thierry Derez, Photo Stéphanie Têtu

Nach den Verhandlungen ist vor den Verhandlungen: Der französische Versicherungskonzern Covéa verhandelt wieder mit der italienischen Investmentholding Exor über den Kauf der Partner Re. Medienberichten zufolge geht es dabei erneut um den Unternehmenswert des Rückversicherers von rund neun Mrd. Euro. Bereits zuvor hatten beide Seiten über einen Kauf verhandelt – was letztlich in einen handfesten Streit mündete.

Beide Seiten hatten sich bereits zuvor auf ein Geschäft geeinigt, bei dem Covéa einen Preis von neun Mrd. US-Dollar für Partner Re hätte zahlen müssen, eine Summe, die einen Gewinn von etwa 30 Prozent gegenüber den 6,9 Mrd. US-Dollar bedeutet hätte, die Exor 2016 für Partner Re gezahlt hatte. Das Geschäft scheiterte jedoch, nachdem der Versuch, den Preis neu zu verhandeln, im Zuge der Covid-19-Pandemie ins Stocken geriet und die beiden Unternehmen keine Einigung darüber erzielen konnten.

Erst Anfang März 2021 hatten beide Seiten eine Art „Friedensschluss“ getroffen, nachdem Covéa ein „Schmerzensgeld“ an Exor gezahlt hatte. Um die Wogen zu glätten, investierte Covéa 1,5 Mrd. Euro in Projekte mit Exor und mit Partner Re. 750 Mio. Euro werden dabei für Investitionen bereitgestellt. Die restlichen 750 Mio. Euro wandern in die Entwicklung neuer Produkte, die von Partner Re gemanagt werden.

Die auf Bermuda ansässige Partner Re habe eine der höchsten Kapitalquoten aller Rückversicherer weltweit und sei von der Krise allenfalls geringfügig betroffen. Man werde das Unternehmen daher behalten, erklärte Exor. Das vom Agnelli-Erben John Elkann geführte Unternehmen Exor war 2016 bei Partner Re eingestiegen. Er wollte damit die Beteiligungen der Unternehmerfamilie diversifizieren, die mit Fiat Chrysler, dem Sportwagenbauer Ferrari und den Landmaschinen-Hersteller CNH (Iveco, Case, New Holland) vor allem in der Autoindustrie aktiv ist.

Autor: VW-Redaktion

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