IT-Vorstand Thomas Niemöller verlässt Provinzial

Thomas Niemöller will "aus persönlichen Gründen" bei der Provinzial ausscheiden. Quelle: Provinzial

Die Fusion der Provinzial und die Affäre um Scheinselbstständige bei der Provinzial Nordwest dürfte für IT-Vorstand Thomas Niemöller wohl in keiner guten Erinnerung bleiben. Der 51-Jährige will den Konzern „aus persönlichen Gründen“ verlassen, um „nach rund 20 Jahren im Provinzial-Konzern eine neue berufliche Herausforderung als Vorstand bei einer anderen Versicherungsgruppe anzunehmen“. Dies bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber VWheute.

Bereits zuvor hatte das Manager-Magazin berichtet, dass Niemöller seinen Job aufgibt und in den kommenden Monaten in den Vorstand der Dortmunder Continentale-Gruppe wechseln wird. Ein Grund dafür liegt laut Bericht im personellen Umbau der Führungsetage nach der Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland.

Deutlich schwerer dürfte allerdings eine Altlast wiegen: Demnach soll die Provinzial Nordwest vor 2019 rund drei Dutzend Mitarbeiter in der IT-Abteilung als Scheinselbstständige beschäftigt haben. Damit habe die damalige Provinzial Nordwest unzulässigerweise einen mittleren einstelligen Millionenbetrag an Steuern und Sozialabgaben gespart.

Laut Bericht des Wirtschaftsmagazins haben sich die Provinzial und die Staatsanwaltschaft allerdings auf die Einstellung des Verfahrens gegen eine Auflage von etwas mehr als drei Mio. Euro geeinigt. Zusammengerechnet mit den nachträglich zu zahlenden Abgaben komme dabei eine Summe von etwas mehr als zehn Millionen zusammen. 

Wann genau Niemöller seinen Sessel bei der Provinzial noch räumen wird, vermochte der Provinzial-Sprecher noch nicht kundtun: „Der Aufsichtsrat bedauert seine Entscheidung, möchte diesem Wunsch jedoch nicht im Wege stehen und eine Aufhebung seines Vertrages beraten. Der Vorstand arbeitet unverändert sehr gut zusammen, Herr Niemöller genießt hohe Anerkennung.“

Weitere Details, insbesondere den Termin des Weggangs bzw. eine Nachfolgeregelung, wollte das Unternehmen nicht kommentieren.

Autor: VW-Redaktion

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