R+V Versicherung rechnet mit Unwetterschäden in dreistelliger Millionenhöhe

Gewitter mit Blitz, Quelle: Bild von O12 auf Pixabay

Die R+V Versicherung schätzt die Kosten der jüngsten Unwetter allein in diesem Monat auf rund 100 Mio. Euro. Dabei machen etwa zwei Drittel Schäden an Gebäuden aus, gefolgt von Hagelschäden an Autos.

Am stärksten betroffen sind nach Angaben des Wiesbadener Genossenschaftsversicherers die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen. Entspannung sei allerdings noch nicht in Sicht: „Wir bleiben in Alarmbereitschaft. So heftig wie dieses Jahr war es schon lange nicht mehr. Wir gehen davon aus, dass heftige regionale Unwetter immer häufiger auftreten“, sagt Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung.

„Die schwersten Schäden haben Überschwemmungen angerichtet. Nach Starkregen standen ganze Ortsteile unter Wasser – zahlreiche Häuser sind nicht mehr bewohnbar.“

Rico Kretschmer, Abteilungsleiter Schadenmanagement bei der R+V Versicherung

Die Unwetter der letzten Tage haben versicherte Schäden von mehr als einer Milliarde Euro in Europa verursacht. „Allein die landwirtschaftlichen Versicherer in Deutschland, Österreich und der Schweiz werden insgesamt mehr als 100 Mio. Euro auszahlen. Der Sachschaden in der Schweiz wird ebenfalls mehr als 100 Mio. Euro betragen“, sagt Onnen Siems, MSK-Geschäftsführer. Die bisher teuersten Hagelereignisse in Österreich waren „Tatjana“ im Mai 2000 und „Wolfgang“ im Juli 2009, die jeweils mehr als 500 Mio. Euro Schaden in heutigen Werten gekostet haben. „Die jetzigen Schäden dürften in dieser Größenordnung liegen“, sagt Siems.

Die Vereinigte Hagel hatte vor Wochenfrist noch mit etwa 30.000 ha geschädigter Fläche mit rund zehn Mio. Euro Schaden kalkuliert, dieser Wert hat sich innerhalb weniger Tage mehr als verdoppelt. Jetzt spricht das Unternehmen von 66.000 ha mit einem Schaden von rund 20 bis 23 Mio. Euro. Der Hintergrund sind „Gewitter-Superzellen“, die vor allem in Bayern und Baden-Württemberg gewütet haben.

Quelle: Statista

Die Allianz geht zudem nach den Hagelgewittern der vergangenen Woche von etwa 25.000 beschädigten Autos in Süddeutschland aus. Dabei geht der Versicherer auf der Basis der bisherigen Schadenmeldungen davon aus, dass in Bayern 15.000 und in Baden-Württemberg 10.000 Fahrzeuge von Hagel zerbeult oder anderweitig beschädigt wurden.

Axa leidet unter Unwetterschäden in der Schweiz

In der Schweiz rechnet die Axa nach den Unwettern am Montagabend mit 15.500 Schadenfällen und einer Schadensumme von 74 Millionen Franken. „Hauptsächlich handelt es sich um Hagelschäden an Autos: Bis zu tennisballgroße Hagelkörner zerbeulten Motorfahrzeuge und schlugen teilweise Scheiben ein, was zu vielen Totalschäden führte“, so die Axa. Besonders betroffen waren demnach die Regionen Bulle, La-Chaux-de-Fonds, der Kanton Bern, Sursee, Hochdorf, Cham und Horgen.

„Hagelzüge kommen schnell und können innerhalb von kurzer Zeit sehr große Schäden an Autos anrichten. Dennoch: Eine derartige Konzentration von Unwetterschäden innerhalb weniger Tage ist extrem ungewöhnlich und habe ich so noch nie erlebt“.

Patrick Villiger, Leiter der Axa Hageltaskforce.

Dabei ordnet der Versicherer das Unwetter bereits jetzt als „eines der Top-Drei-Unwetterereignisse der letzten zwölf Jahre“ ein. Allein in der vergangenen Woche haben Gewitter und Stürme mehr als 33.000 Schadenfälle verursacht. Seit dem 18. Juni rechnet die Axa mit einer Schadensumme von 143 Mio. Franken.

Autor: VW-Redaktion

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