BSV: Versicherern drohen Kosten bis zu vier Milliarden Euro

Quelle: NickyPe auf Pixabay

Der juristische Dauerstreit um die Betriebsschließungsversicherung (BSV) könnte die betroffenen Versicherer im schlimmsten Fall teuer zu stehen kommen. Würden alle Ansprüche vollumfänglich anerkannt, könnte dies die Branche einen Betrag von drei bis vier Mrd. Euro kosten. Zu dieser Einschätzung kommt Rechtsanwalt Mark Wilhelm von der Kanzlei Wilhelm Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB.

Demnach würde allein seine Kanzlei in über 1.000 Verfahren mit Versicherern streiten. Mehr als 200 Klagen seien eingereicht, weitere 500 in Vorbereitung. Im Durchschnitt würde die Anspruchshöhe bei 107.570 Euro liegen, wird der Jurist im Versicherungsboten zitiert. Seiner Einschätzung nach gebe es derzeit rund 73.000 versicherte Unternehmen in Deutschland. Der entsprechende Vertrauens- und Imageverlust ist darin allerdings wohl noch nicht eingerechnet.

Allerdings haben die Gerichte in jüngster Vergangenheit durchaus sehr unterschiedlich entschieden. Während beispielsweise die 2. Zivilkammer am Landgericht München I in der Vergangenheit bereits in mehreren Fällen zugunsten der Kläger entschieden hatte, wies die 10. Zivilkammer am Landgericht München II gleich in vier Fällen die Klagen gegen die Allianz, die Helvetia und die Haftpflichtkasse ab. Die betroffenen Gastronomen hatten von den Versicherern rund 460.000 Euro gefordert.

Autor: VW-Redaktion

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