China: Allianz und Pacific schließen ihr Gemeinschaftsunternehmen

Großraumbüro der Pacific-Allianz in Schanghai. Quelle: hy

Die Öffnung des chinesischen Finanzmarktes wirkt sich offensichtlich auch auf das Investitionsverhalten von Unternehmen aus, die bereits in der Volksrepublik aktiv sind. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Allianz aus dem Gemeinschaftsunternehmen Pacific-Allianz Health Insurance aussteigen will.

Die Pacific Group und das Tochterunternehmen Pacific Life übernehmen den Anteil der Allianz von 22,94 Prozent. Das Gemeinschaftsunternehmen Pacific-Allianz wurde Ende 2014 in Schanghai gegründet. Neben dem Hauptsitz in der ostchinesischen Metropole hat das Unternehmen auch Niederlassungen in Peking sowie in den bevölkerungsreichsten Provinzen Chinas Sichuan und Guangdong. Damals betonten die beiden Geschäftspartner, dass die Allianz vom großen Kundenstamm und dem gut ausgebauten Vertriebsnetz der Pacific profitieren und gleichzeitig ihre Erfahrungen im Krankenversicherungsgeschäft einbringen wollte.

Know-how von der Allianz

Trotz des Ausstiegs der Deutschen soll sich nichts an der freundlichen Stimmung geändert haben, betont die chinesische Seite. Aus gut informierten Kreisen ist zu erfahren, dass die Verhandlungen über den Ausstieg von Allianz besonders problemlos und zügig verlaufen sind. Ranghohe chinesische Manager heben hervor, dass die Deutschen besonders in den ersten zwei Jahren nach der Gründung tatsächlich viel Knowhow mit dem Krankenversicherungsgeschäft eingebracht hätten.

Der chinesische Partner in Schanghai hat in der Tat großen Respekt vor dem Unternehmen aus Deutschland. In einer Sitzungshalle in dem Hauptsitz in Schanghai sind unter anderem die Bilder von dem Chef der Allianz-Krankenversicherung und ehemaligen deutschen Gesundheitsminister Daniel Bahr jahrelang aufgehängt, die chinesische Manager den Besuchern immer wieder mit Stolz zeigen.

Die Pacific sieht hingegen keinen Nachteil durch den Ausstieg der Allianz. So ist der Bekanntheitsgrad der Pacific Health Insurance in alleinigen chinesischen Händen in China tatsächlich viel höher als das Gemeinschaftsunternehmen Pacific-Allianz Health Insurance. Der Ausstieg sollen der Allianz von Vorteil sein, dass sie sich mehr auf lukrative Geschäfte in China konzentrieren können, zum Beispiel auf das Gemeinschaftsunternehmen Allianz JD, das der deutsche Primus der Branche in 2018 mit dem chinesischen Internethandelsgiganten JD gegründet hat. Pacific anderseits hat große Pläne für Aufbau eines Ökosystems für Krankenversicherung in China und verspricht sich nun als alleiniger Inhaber spürbar kürzere Entscheidungsprozesse.

Autor: Heng Yan

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