Entlastung in der Krise: Zurich gewährt Kfz-Versicherungskunden Beitragsrückerstattung

Quelle: Zurich Deutschland

Passend zum Start der diesjährigen Wechselsaison zeigt sich die Zurich Deutschland gegenüber ihren Kunden großzügig: So will der Versicherer seinen Kunden die Versicherungsbeiträge für nicht gefahrene Kilometer im Jahr 2020 erstatten – Corona macht es möglich.

So habe sich das Mobilitätsverhalten der Versicherten durch die Corona-Krise deutlich verändert. Dabei würden beispielsweise durch Kurzarbeit oder Homeoffice viele tägliche Pendelfahrten wegfallen. Auch zahlreiche Urlaubsreisen und Ausflüge mit Privatfahrzeugen fielen dem Corona-Lockdown zum Opfer.

„Viele unserer Kunden haben aufgrund der Pandemie viele Kilometer im Auto gespart. Daher erstatten wir unseren Kunden im Falle einer reduzierten Fahrleistung den entsprechenden Teil ihrer Versicherungsprämie für das laufende Jahr.“

Jawed Barna, Vorstand Vertrieb & Strategische Partnerschaften bei der Zurich Gruppe Deutschland

Gleichzeitig geht die Wechselsaison in den kommenden Monaten in eine neue Runde. Allen voran kämpfen die Platzhirsche Huk-Coburg und Allianz wieder erbittert um neue Kunden und damit neue Beitragseinnahmen. Zum Leidwesen der Münchener hat der fränkische Versicherer laut einem Bericht des Handelsblatt mit 12,4 Millionen Verträgen noch immer die Nase vorn. Die Allianz selbst kommt dabei laut Bericht „nur“ auf 8,7 Millionen Bestandsverträge.

„Der Wettbewerb verschärft sich. Wir stellen uns auch wieder auf die eine oder andere Überraschung ein – die gab es jedes Jahr bei den Tarifen“, wird Huk-Vorstand Jörg Rheinländer zitiert. Dabei fürchtet der Versicherungsmanager nicht mehr nur die Allianz Direct, die sich mit dem achtfachen Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordhalter Usain Bolt im Wettbewerb um neue Kunden entsprechend in Stellung bringt. So gebe es auch einige aufstrebende Insurtechs wie Friday, Emil oder die Ergo-Tochter Nexible, die auf den heiß umkämpften Markt drängen. „Wir stellen uns auch wieder auf die eine oder andere Überraschung ein – die gab es jedes Jahr bei den Tarifen“, so Rheinländer.

Bei den Kunden scheint sich die Entwicklung jedenfalls schon in der Brieftasche bemerkbar zu machen. Laut einer Analyse des Vergleichsportals Check24 zahlen die Verbraucher aktuell im Schnitt 303 Euro jährlich für die Kfz-Haftpflichtversicherung. Dies seien rund zehn Prozent weniger als noch im Juli. Bis Ende November dürften die Preise voraussichtlich weiter sinken, heißt es weiter.

„Wir beobachten jedes Jahr, dass die Preise für die Kfz-Versicherung bis kurz vor dem Wechselstichtag am 30. November fallen. Versicherer versuchen, neben den Leistungen auch durch attraktive Preise wechselwillige Kunden zu gewinnen“, prognostiziert Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei Check24.

„Wir vermuten, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und der Kfz-Haftpflichtbeitrag in diesem Jahr sogar weiter sinkt als im Vorjahr. Denn aufgrund von Ausgangs- und Reisebeschränkungen ging während der Corona-Pandemie das allgemeine Verkehrsaufkommen und damit die Unfallhäufigkeit zurück. Die Versicherer mussten weniger Schäden regulieren und das könnte sich positiv auf die Versicherungsbeiträge auswirken.“

Tobias Stuber, Geschäftsführer Kfz-Versicherungen bei Check24

Corona als vorübergehender Preistreiber

Corona dürfte sich dabei noch als weiterer Preistreiber bemerkbar machen. „Im aktuellen Jahr wird der Zuwachs an Risiken und Beitragseinnahmen in üblicher Höhe allerdings ausbleiben. Dies ist weniger auf eine Trendwende als auf die Covid-19-Pandemie zurückzuführen. Sowohl der mehrwöchige ‚Lockdown‘ als auch die andauernde unsichere wirtschaftliche Situation in den kommenden Monaten dürfte die Anzahl an Fahrzeug-Neuzulassungen erheblich reduzieren“, betonte Marco Morawetz, Leiter des Bereichs Consulting bei der Gen Re, jüngst in der Versicherungswirtschaft.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind allein in den ersten sechs Monaten des Jahres in Deutschland 1.281 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen ums Leben gekommen. Dies waren das 195 Personen oder 13,2 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2019. Die Zahl der Verletzten ging um 18,7 Prozent auf knapp 148.100 Personen zurück. Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden von Januar bis Juni weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet oder verletzt. 

Insgesamt nahm die Polizei in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 18,3 Prozent weniger Unfälle auf als im 1. Halbjahr 2019, so die Statistiker weiter. Die Zahl sank auf rund 1,1 Millionen. Das war der zweitniedrigste Wert seit der deutschen Vereinigung. Nur im 1. Halbjahr 1998 gab es weniger Unfälle. Bei knapp 954.600 Unfällen im 1. Halbjahr 2020 blieb es bei Sachschaden (minus 18,6 Prozent), bei rund 118.700 Unfällen gab es Verletzte oder Tote (minus 16,1 Prozent). 

„Hinzu kommen gewerbliche Fahrzeug-Stilllegungen bedingt durch die sich abzeichnende Rezession sowie temporäre Außerbetriebsetzungen während der Lockdown-Phase. In Summe dürfte der relativ stabile Ausbau des Versicherungsbestands in seiner Dynamik erheblich einbüßen, sodass anstelle der üblichen 1,5 Prozent zusätzlichen Risiken in diesem Jahr nur ungefähr die Hälfte hinzukommen dürfte – in Vollkasko wohl noch weniger, in Teilkasko etwas mehr“, so Morawetz weiter.

Allerdings dürfte dieser Effekt allmählich abebben. „Natürlich war 2020 bisher für die deutschen Kfz-Versicherer ein sehr gutes Jahr, weil viele Kunden während des Höhepunktes der Coronakrise gar nicht oder kaum Auto gefahren sind – und insofern kaum Schäden angefallen sind“, konstatiert Talanx-Vorstand Jan Wicke gegenüber dem Handelsblatt. Allerdings dürften die Kfz-Versicherer „m kommenden Jahr deutlich Federn lassen Ich gehe davon aus, dass die Ergebnisse der Kfz-Versicherer 2021 kräftig leiden werden“.

Autor: VW-Redaktion

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