Gothaer: Qualifiziertes Personal für KMU wird zur Mangelware

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Qualifizierte Mitarbeiter werden in vielen Unternehmen händeringend gesucht – natürlich auch in der Versicherungsbranche. So haben allein 39 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen Schwierigkeiten, entsprechendes Personal zu finden und zu binden. Flexible Arbeitszeitmodelle gehören zu den wichtigsten Faktoren für die Mitarbeitergewinnung und die Familienfreundlichkeit, heißt es in einer aktuellen KMU-Studie der Gothaer.

Dabei bedienen sich die Unternehmen laut Analyse noch immer klassischer Mittel. Mit einem entsprechenden Gehalt werben etwa 38 Prozent aller befragten Unternehmen. Auch die betriebliche Altersvorsorge (bAV) rangiert mit 29 Prozent unter den Top Drei.

Weiterhin als attraktiv erachten KMU Angebote von Weiterbildung (28 Prozent), Homeoffice-Möglichkeiten (26 Prozent), Obst und Getränke am Arbeitsplatz (23 Prozent) sowie die betriebliche Gesundheitsförderung (14 Prozent). An der Spitze der Instrumente, mit denen KMU junge Mitarbeiter von sich überzeugen wollen, steht jedoch die Option auf flexible Arbeitszeiten: 40 Prozent der befragten KMU haben sich auf diese Möglichkeit umgestellt.

Ein weiteres Ergebnis: Je größer die Unternehmen sind, desto mehr der genannten Möglichkeiten werden den Beschäftigten angeboten, wie die Gothaer bei der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) verdeutlichen will. Demnach bieten nur acht Prozent der kleineren Unternehmen eine bAv-Lösung an. Dann geht es in Zehnerschritten aufwärts bis zu den großen Firmen (201 bis 500 Mitarbeiter), von denen 49 Prozent eine bAV im Angebot haben.

„Dabei sollten sich auch kleine Firmen diesen Hebel nicht entgehen lassen – vor allem nicht, weil sie bürokratischen Aufwand fürchten.“

Stefan Opel, bAV-Experte bei der Gothaer und Leiter der Abteilung Leben Vertriebsunterstützung

Weitere Erkenntnisse: 36 Prozent der befragten Unternehmen achten bewusst auf eine durchmischte Altersstruktur und 31 Prozent sorgen aktiv für Begegnungspunkte zwischen Jung und Alt. 23 Prozent fördern den Austausch sogar über spezielle Teambuilding-Maßnahmen. Die KMU-Studie der Gothaer zeigt auch dies: Je kleiner das Unternehmen, desto älter ist die Belegschaft – 29 Prozent der KMU mit einem bis zehn Mitarbeitern gaben an, eine eher ältere Belegschaft zu haben.

Im Umkehrschluss sind die meisten jungen Menschen aber nicht zwingend in den großen Firmen mit bis zu 500 Mitarbeitern zu finden, sondern vielmehr in den Agenturen, Start-ups und Kleinbetrieben mit elf bis 20 Mitarbeitern – 29 Prozent von ihnen gaben an, ein eher jüngeres Team zu haben. Es zeigt sich: Nicht unbedingt die Größe eines Unternehmens lockt die junge Generation – kleinere KMU haben also durchaus Chancen, auf gleicher Höhe mitzuspielen.

Autor: VW-Redaktion

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