AGCS: Weniger Unfälle und teurere Schäden mit Elektromobilen
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Quelle: Bild von Wolfgang Eckert auf Pixabay

Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb zu sehen. Der Industrieversicherer AGCS kommt in einer Analyse zu dem Ergebnis, dass Elektromobile bislang seltener in Unfälle verwickelt sind, weil sie typischerweise eher kurze Streckenfahren. Allerdings sind die Schäden im Durchschnitt teurer als bei konventionellen Autos.

Demnach seien können Lithium-Ionen-Batterien bei Beschädigung, Überladung oder hohen Temperaturen in Flammen aufgehen. Brände von Hochspannungsbatterien können sehr stark und schwer zu löschen sein und auch hohe Mengen an giftigen Gasen freisetzen. So könne es 24 Stunden oder länger dauern, bis solche Brände unter Kontrolle sind. Bisher sind Brände von Autobatterien relativ selten, weshalb Einsatz- und Rettungsdienste nur begrenzte Erfahrungen vorweisen können.

Elektrofahrzeuge werden aus weniger, aber stärker integrierten Teilen und Komponenten bestehen. Was in einem konventionellen Auto drei Teile sind, kann in einem Elektroauto nur noch ein einziges Bauteil sein. Die geringere Anzahl der Bauteile wird jedoch zunehmend durch Sensorik und Software vernetzt. Das fügt eine neue Ebene der Komplexität hinzu und wirft Fragen auf, wie diese Teile zusammenwirken und welcher Hersteller oder Lieferant für einen potenziellen Defekt oder eine Fehlsteuerung haften müsste.

Daphne Ricken, Senior Underwriter Liability bei AGCS

Zudem könnten Umweltprobleme ein potenzielles Haftungs- und Reputationsrisiko für Fahrzeughersteller und Zulieferer darstellen, heißt es bei AGCS weiter. Eine rasche Verbreitung von Elektroautos würde den Bedarf an knappen Materialien und Rohstoffen wie beispielsweise Kobalt und Lithium steigern. Daher könnte sich die Lithiumförderung Prognosen zufolge bis 2025 verdreifachen. Ein effektives Recycling und die Wiederverwendung von Rohstoffen werden daher von entscheidender Bedeutung sein. 

Außerdem warnt der Industrieversicherer davor, dass die Verbreitung des neuen 3D/4D-Druck in der Produktion zu einer Zunahme von Produktdefekten und Qualitätsproblemen führen und Produktrückrufe in der Automobilindustrie auslösen könnte. Daneben werden verstärkt Connectivity-Systeme, Sensoren und Software, einschließlich künstlicher Intelligenz, zum Einsatz kommen.

Wie bei auch bei modernen konventionellen Fahrzeugen gehen mehr Vernetzung und Digitalisierung einher mit höheren Cyber-Schwachstellen, die böswillige Angriffe, Systemausfälle, Bugs und Störungen ermöglichen, warnt der Industrieversicherer.

Nach Angaben des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) zufolge immer mehr Patente im Bereich Elektromobilität eingereicht. Besonders stark zugelegt haben im vergangenen Jahr die Elektroantrieb-Anmeldungen (plus 23 Prozent).

Quelle: Statista

Die Internationale Energieagentur prognostiziert, dass im Jahr 2030 mehr als 100 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein werden – gegenüber etwa sieben Millionen heute. Der Jahresabsatz könnte auf bis zu von 20 Millionen Euro steigen, angetrieben durch das Wachstum in China (bereits heute der größte Markt der Welt), der Europäischen Union (zweitgrößter Markt), Japan, Kanada, den USA und Indien. 

Autor: VW-Redaktion

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