Insolvenzplan für Condor: Pensionssicherungsverein fordert 50 Millionen-Euro-Nachzahlung von LOT

LOT/ Anna+Grochal

Die Übernahme des Ferienfliegers Condor durch die polnische Airline LOT könnte auf Schwierigkeiten stoßen: So lehnt der Pensionssicherungsverein den Insolvenzplan für Condor bisher ab und fordert von LOT, rund 50 Millionen Euro an Pensionsverpflichtungen zu übernehmen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der Hintergrund: Da die deutsche Fluggesellschaft derzeit im Schutzschirmverfahren befindet, konnte Condor die Pensionslasten auf den PSV übertragen. Branchenkreisen gehen dabei von einer Summe von fast 500 Mio. Euro aus. Mit der Übernahme durch LOT dürfte dieses Verfahren allerdings bald beendet sein. Vermutlich dürfte der PSV wohl auch aus diesem Grund die Übernahme eines Teils der Pensionslasten durch die Polen fordern.

Offiziell äußern wollte sich der PSV Medienberichten zufolge jedoch nicht. „Wir müssen die Interessen aller Arbeitgeber wahren. Wir können nicht bei einem Unternehmen andere Maßstäbe anlegen als bei anderen“, wird PSV-Vorstand Hans Melchiors bei Reuters zitiert.

Eine Condor-Sprecherin betonte hingegen: „Wir gehen fest davon aus, dass der Plan im von uns vorgegebenen Zeitrahmen zum Abschluss des Verfahrens umgesetzt werden wird“. Allerdings bereite man sich auch für den Fall vor, dass einer der Gläubiger Rechtsmittel gegen den Plan einlegen. Zudem werde der PSV durch den Insolvenzplan erheblich bessergestellt als alle anderen Gläubiger“, berichtet die Wirtschaftswoche

Dennoch habe er – bisher vergeblich – versucht, den Insolvenzplan als unzulässig zurückweisen zu lassen. Die juristischen Erfolgsaussichten gelten zudem als eher überschaubar.

Autor: VW-Redaktion

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