Sturm „Sabine“ wirbelt Deutschland durcheinander
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Der vom Sturm "Sabine" abgeknickte Ausleger eines Baukrans steckt im Dach des Frankfurter Doms. Quelle: dpa / Picture-Alliance

Annullierte Flüge und ein spürbar eingeschränkter Bahnverkehr: „Sabine“ hat Deutschland zu Wochenbeginn kräftig durcheinander gewirbelt und die Berufspendler auf eine Geduldsprobe gestellt. Zudem sind viele Straßen – darunter auch Autobahnen – wegen umgestürzter Bäume gesperrt.

Ersten Erkenntnissen zufolge forderte „Sabine“ bislang noch keine Todesopfer, aber einige Verletzte. So wurden in Saarbrücken zwei Fußgänger durch einen umstürzenden Baum. In Paderborn ein 16-Jähriger durch einen herabstürzenden Ast schwer verletzt. In Frankfurt am Main knickte ein Kran um und stürzte auf das Dach des Kaiserdoms.

Wesentlich gravierender waren die Folgen bislang im Bahn- und Flugverkehr. So hatte die Deutsche Bahn bereits am Sonntag den Fernverkehr bundesweit eingestellt. Mit Ausnahme von Bayern sollen die Fernzüge jedoch im Laufe des Tages allmählich wieder anlaufen. Auch der Regionalverkehr wurde in weiten Teilen Deutschlands zeitweise eingestellt.

Spürbare Auswirkungen hatte „Sabine“ auch auf den Flugverkehr: Allein am Flughafen Frankfurt wurden bis zum Vormittag etwa 1.310 Starts und Landungen annulliert, von denen rund 20.000 Fluggäste davon betroffen waren. Am Flughafen München wurden 424 der rund 1.000 für heute geplanten Starts und Landungen abgesagt. In Hamburg wurden 42 Ankünfte und 47 Abflüge gestrichen. Bereits am Sonntag waren mehr als 50 Verbindungen gecancelt worden – vor allem Inlandsflüge von Lufthansa und Eurowings.

Aktuell sind vor allem Baden-Württemberg und Bayern von „Sabine“ betroffen. Allein im Freistaat waren zeitweise 60.000 Haushalte ohne Strom – hauptsächlich davon betroffen waren laut Bayerischem Rundfunk (BR) vor allem die Oberpfalz, Ober- und Niederbayern.

In Norddeutschland warnte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zudem vor einer Sturmflut in Bremen, Hamburg und an der Nordseeküste. „Freuen“ konnten sich bundesweit jedoch zahlreiche Schüler: In vielen Bundesländern fiel der Schulunterricht vorsorglich aus. Teilweise war es den Eltern zudem freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken.

Meteorologen fürchten bereits, dass Sturm „Sabine“ bereits ähnlich gravierend ausfallen könnte wie Sturm „Kyrill“ im Jahr 2007. Dieser verursachte damals einen Gesamtschaden von mehr als fünf Mrd. Euro. Zweitteuerster Sturm war nach Berechnungen des Rückversicherers Munich Re der Orkan „Friederike“ im Jahr 2018.

Quelle: Statista

Für Sturm „Sabine“ liegen erwartungsgemäß derzeit noch keine Schadenschätzungen vor. Neben Deutschland waren auch andere europäische Länder – insbesondere Frankreich, Großbritannien und Irland – betroffen.

Autor: VW-Redaktion

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