Allianz ruft erste ausländische Versicherungsholding in China ins Leben

Vorstandschef Oliver Bäte (links) und Aufsichtsratschef Michael Diekmann (rechts). Quelle: Allianz

Die Allianz hat in Schanghai offiziell die Allianz China Insurance Holding an den Start gebracht. Dabei handelt es sich um die erste Versicherungsholding Chinas, die sich vollständig in ausländischem Besitz befindet. Die Lizenzerteilung für den neuen Akteur auf dem chinesischen Versicherungsmarkt hat Signalwirkung für ausländische Player.

„Der heutige Start unterstreicht die positive langfristige Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland und versetzt uns in die Lage, eine noch größere Rolle in der am schnellsten wachsenden Wirtschaft der Welt zu spielen“, kommentiert Allianz-CEO Oliver Bäte

„Dies ist ein wichtiger Moment für unser Geschäft, sowohl in Asien als auch weltweit. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft und wissen, dass wir in der Lage sind, unseren chinesischen und internationalen Kunden führende Lösungen und Dienstleistungen für das Finanz- und Risikomanagement anzubieten“, ergänzt Sergio Balbinot, Vorsitzender der Allianz (China) Insurance Holding Company.

„Die Gründung der Allianz China Holding konzentriert sich auf die Unterstützung der Wachstumsambitionen der Allianz in Asien und ist ein aufregender Moment für unsere zukünftigen Bestrebungen auf dem chinesischen Markt. Wir haben enge Beziehungen zu China und beabsichtigen, zum Nutzen der chinesischen Kunden weitere Fortschritte in einer expandierenden Wirtschaft zu erzielen“, so Solmaz Altin, Vorstandsvorsitzender der Allianz (China) Insurance Holding.

Der Münchener Versicherungskonzern hatte Ende 2019 die Lizenz zur Gründung einer komplett ausländischen Versicherungsgesellschaft in China erhalten. Zudem hatte die Allianz auch einen Anteil von rund vier Prozent am Pekinger Versicherer Taikang Life Insurance erworben.

Bisher musste ein Unternehmen aus dem Ausland zwangsweise mit einem Lokalpartner zusammenarbeiten. Seit Beginn des Handelskrieges Chinas mit den USA betont die chinesische Regierung immer wieder ihren Willen für eine Marktöffnung. Doch bisher blieben viele Unternehmen skeptisch. Mit der Vergabe der Lizenz will die chinesische Regierung ihr Versprechen nun unter Beweis stellen.

Die Allianz zeigt in der Tat großes Interesse an einem Engagement am zweitgrößten Versicherungsmarkt der Welt. In den letzten Jahren ist der Versicherer aus München immer umtriebiger geworden. Vor kurzem hat das Unternehmen 3,9 Prozent der Anteile an der Taikang Life von Goldman Sachs übernommen.

Dabei scheint das Interesse der Allianz am Reich der Mitte derzeit besonders groß zu sein: „Wir haben in den vergangenen Jahren ein klares Interesse an China gezeigt“, konstatierte Allianz-Vorstand Balbinot jüngst gegenüber der Börsen-Zeitung.

Akquisitionen kann sich Balbinot in Asien zwar grundsätzlich vorstellen, aber: „Es muss strategisch und finanziell passen“. Zudem kann sich der Allianz-Manager laut Interview auch organisches Wachstum im rein digitalen Bereich vorstellen: „Wenn wir neu in ein Land hineingehen, könnten wir unser Angebot auch komplett auf Online-Basis machen“.

Autor: VW-Redaktion

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