HDI: Berufstätige befürchten Jobverluste durch Digitalisierung

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Der digitale Wandel in der Arbeitswelt macht den Berufstätigen in Deutschland weiter zu schaffen. Laut einer aktuellen Umfrage der HDI befürchten 60 Prozent der rund 3.600 Befragten ab 15 Jahren Jobverluste durch die Digitalisierung in Deutschland. Allerdings halten 72 Prozent den eigenen Arbeitsplatz für ungefährdet.

So betrachten die Berufstätigen in Deutschland den digitalen Wandel in der Arbeitswelt mit sehr gemischten Gefühlen. Sechs von zehn Berufstätigen sind demnach der Meinung, dass durch die Digitalisierung mehr Arbeitsplätze verschwinden als neue entstehen werden. Bei den über 45-Jährigen (65 Prozent) ist diese Ansicht noch stärker verbreitet als unter den Jüngeren (57 Prozent).

Allerdings halten es drei Viertel (75 Prozent) der über 45-Jährigen für unwahrscheinlich, dass der eigene Job durch die Digitalisierung bedroht ist. Bei den jüngeren sind es nur 69 Prozent. Die Befürchtung schmerzlicher Veränderungen in der Arbeitswelt ist also um ein Vielfaches höher als die Sorge um den eigenen Beruf.

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Allerdings können die Befragten dem digitalen Wandel auch etwas positives abgewinnen. Zwar sind 39 Prozent der Ansicht, dass das Arbeitsleben durch die Digitalisierung in den letzten fünf Jahren „rauer geworden ist“. Für sich persönlich ziehen sie allerdings auch hier eine positive Bilanz: 44 Prozent der Erwerbstätigen empfinden „unterm Strich den digitalen Wandel insgesamt als Erleichterung der Arbeit“. Nur etwa halb so groß ist mit 25 Prozent der Anteil derer, die eine Verschlechterung sehen, für 24 Prozent hat sich nichts verändert.

„Ein gespaltenes Verhältnis zur Digitalisierung zeigt sich quer durch unsere gesamte Studie. Einerseits spüren die Berufstätigen, dass hierdurch starke Veränderungen in der Arbeitswelt anstehen – stärker oft als in allen anderen Lebensbereichen. Andererseits sorgen digitale Vereinfachungen und die bisher gute Lage am Arbeitsmarkt aber offenbar dafür, dass die meisten noch keinen persönlichen Handlungsbedarf erkennen und die Entwicklung einfach abwarten.“

Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender der HDI Lebensversicherung AG

Eine ähnliche Diskrepanz zeige sich laut HDI auch beim Thema Flexibilität im Job. Drei Viertel der Erwerbstätigen (76 Prozent) halten Fort- und Weiterbildung zur ständigen Anpassung an Veränderungen in ihrem Beruf für wichtig oder sehr wichtig. Auf der anderen Seite sind fast zwei von drei Berufstätigen aber ausdrücklich nicht bereit, für ihren Beruf den Wohnort zu wechseln. In Sachsen sind es sogar 75 Prozent, noch am wenigsten sind es in Hessen und Hamburg mit 57 Prozent.

Keine Mehrheit für einen Wohnortwechsel

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Wunsch nach ausgewogener Work-Life-Balance

Sieben von zehn Berufstätigen (71 Prozent) sind allerdings auch der Meinung, dass man arbeiten sollte um zu leben und leben sollte, um zu arbeiten. Im Arbeitsalltag aber ist gut zwei Drittel von ihnen ihre soziale Anerkennung als Berufstätiger „wichtig“ oder sogar „sehr wichtig“ (62 Prozent). Besonders ausgeprägt ist das in Ostdeutschland und tendenziell unter jungen Berufstätigen noch intensiver als unter älteren.

Wie stark sich die Deutschen insgesamt über Beruf und Einkommen definieren, zeigen weitere Befunde. So gibt mit 42 Prozent der Großteil aller Industrie-Beschäftigten an, „primär nur wegen des Geldverdienens den Beruf ausüben“. Bei Handwerkern und Dienstleistern sind es mit 33 Prozent die wenigsten. Regional zählt das Gehalt am meisten in Bayern und NRW. Mehr als jeder Dritte (37 Prozent) arbeitet hier „nur fürs Geld“.

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Zudem nennen die Bayern mit 55 Prozent am häufigsten ein höheres Gehalt als Top-Grund für einen Arbeitsplatzwechsel. Bundesweit sagen das knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen. Nur etwa halb so wichtig als Grund für einen Wechsel ist „eine interessantere berufliche Aufgabe“. Damit liegt diese Begründung auf Platz zwei (28 Prozent) knapp vor „besseren Arbeitskonditionen, etwa flexible Arbeitszeitmodelle“ (27 Prozent).

Autor: VW-Redaktion

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