Q3: Deutsche Familienversicherung mit dreistelligen Wachstumsraten

FRankfurt, Sitz der DFV - Bild von peter krieger auf Pixabay

Im Haus derDeutschen Familienversicherung (DFV)könnten die Weihnachtsgeschenke dieses Jahr größer ausfallen. Der Versicherer, der sich gerne als Insurtech bezeichnet, hat im dritten Quartal hohe Wachstumsraten gemeldet. Wehrmutstropfen ist die combined-ratio, die aufgrund der gestiegenen Vertriebsausgaben bei über hundert Prozent liegt.

Mit 70.539 Verträgen ist das Neugeschäft im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 82,4 Prozent gewachsen. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus dem Krankenzusatzversicherungsgeschäft, mit 65.045 neuen Verträgen. In der Sachversicherungssparte haben Tierversicherungen, die seit Mitte Mai durch ProSiebenSat1 Digital vermarktet werden, zum Anstieg von 244,5 Prozent auf 5.494 Verträge beigetragen. Insgesamt hatte die DFV zum Ende des dritten Quartals  in der Produktsparte Tierversicherungen über 1.960 Neuverträge mit einem Prämienvolumen von rund 900 Tsd. Euro in den Büchern.

Das gesamte neu generierte Prämienvolumen stieg um 100,8 Prozent auf 22,8 Mio. Euro. Im Bereich Krankenzusatzversicherungen lag das Wachstum gemessen am Beitragsvolumen bei 90,3 Prozent, im Bereich Sachversicherungen bei 569,6 Prozent. Sachversicherungen machten zum 30. September 2019 bereits rund 7 Prozent des Neugeschäfts im Beitragsvolumen und rund 8 Prozent in den Vertragsstückzahlen aus.  

Als Resultat des Neugeschäfts in den ersten neun Monaten erhöhte sich der Gesamtversicherungsbestand zum Ende der ersten neun Monate 2019 um rund 9 Prozent auf rund 496 Tsd. Verträge. Darin enthalten sind rund 46.700 Verträge aus dem nicht mehr zum Kerngeschäft der DFV gehörenden Elektronikversicherungsgeschäfts. Ohne Berücksichtigung dieser technischen Versicherungen wuchs der Vertragsbestand im Kerngeschäft um rund 12,7 Prozent in den ersten neun Monaten 2019.

Nach Europa!

„Unsere Wachstumsinvestitionen in Kombination mit unseren vielfach ausgezeichneten Produkten zeigen Wirkung. Bei den Bestandsbeiträgen haben wir unser Jahresziel von 100 Mio. EUR bereits Ende September nahezu erreicht. Das motiviert uns, in diesem Stil weiterzumachen und das enorme Marktpotenzial für digitale Versicherungen in Deutschland und mittelfristig auch in Europa auszuschöpfen,“ kommentiert Dr. Stefan Knoll, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Deutschen Familienversicherung.

Die Combined Ratio (Schaden-Kosten-Quote) lag für die ersten neun Monate 2019 aufgrund der gestiegenen Vertriebsausgaben „wie erwartet bei 105,7 Prozent“. Für die ersten sechs Monate betrug diese Kennzahl 110 Prozent. Die Schadenquote erhöhte sich im Vorjahresvergleich auf 61,2 Prozent (Vj. 55,3 Prozent) und blieb gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 ungefähr stabil.

Das EBIT sank nach neun Monaten „wie erwartet“ auf -3,3 Mio. Euro (9M 2018: -0,8 Mio. Euro). Hierin enthalten ist ein positiver Einmaleffekt im Bereich der Kapitalanlage infolge der Erholung der globalen Kapitalanlagemärkte. Das versicherungstechnische Ergebnis betrug -2,3 Mio. Euro. Das Ergebnis nach Steuern bezifferte sich auf -2,9 Mio. Euro.

Die Solvency Ratio der Deutschen Familienversicherung hat sich in den ersten neun Monaten auf 248 Prozent reduziert.

Ausblick 2019 wird bestätigt

Bei einem Neugeschäft von voraussichtlich 100.000 Verträgen sollen die Bestandsbeiträge im Gesamtjahr 2019 auf 100 Mio. Euro steigen. Hier ist die weitere Optimierung des Bestandsportfolios durch den geplanten Run-off im Bereich der Elektronikversicherungen berücksichtigt.

Das Ergebnis wird 2019 durch die hohen Wachstumsinvestitionen für den weiteren Ausbau des Vertragsbestands, Ausgaben für die zunehmende Digitalisierung und den Auf- und Ausbau neuer Vertriebswege beeinflusst. Daher rechnet die DFV weiterhin mit einem Verlust vor Steuern zwischen 9 bis 11 Mio. Euro.

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