Swiss Re: Asien ist der Wachstumstreiber der Versicherungsbranche

Schanghai. Quelle: Bild von Marci Marc auf Pixabay

Die asiatischen Schwellenländer werden immer mehr zum Wachstumstreiber der globalen Versicherungsbranche. Vor allem China dürfte die Prämienentwicklung weiter beflügeln. So rechnet die Swiss Re in ihrer aktuellen Sigma-Studie für 2020 und 2021 mit einem Beitragsplus von drei Prozent.

Demnach sehen die Analysten des Schweizer Rückversicherers vor allem die Schwellenländer Asiens als wichtigsten Motor für die Weltwirtschaft. So wird allein in China und Indien für die beiden kommenden Jahren ein Wachstum von sechs Prozent erwartet. So werden gemäß Prognosen des SRI die Nichtlebenprämien in China im Jahr 2020 um neun steigen, die Lebenversicherungsprämien um elf Prozent.

Ein wesentliches Risiko sehen die Ökonomen jedoch im Handelskonflikt zwischen den USA und China. „Unsere Einschätzung des globalen Wirtschaftswachstums hat sich seit dem letzten Jahr verschlechtert. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hatte gravierendere Auswirkungen als zunächst angenommen. Auch im weiteren Sinne hat sich die geopolitische Lage nicht entspannt“, erläutert Jérôme Jean Haegeli, Chefökonom der Swiss Re Group.

„Ganz im Gegenteil: Die zunehmende Polarisierung, die wir rund um die Welt beobachten, trägt zu einem Klima der Unsicherheit bei, das sich auch auf das Wirtschaftsleben auswirkt. Der amerikanisch-chinesische Handelskonflikt bleibt auch in Zukunft die größte Bedrohung für das Weltwirtschaftswachstum, trotz jüngster Anzeichen einer Entspannung“, ergänzt der Experte.

Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum nach Ansicht der Swiss Re in den nächsten zwei Jahren leicht anziehen. Zwar bleibt Asien, und hier vor allem die Schwellenländer der Region, der Motor des globalen Wirtschaftswachstums, doch zeigen sich auch in anderen Regionen positive Entwicklungen. Die Aussichten für einige große lateinamerikanische Länder, allen voran Brasilien, haben sich gegenüber dem letzten Jahr verbessert, und auch Afrika verzeichnet einen leichten Anstieg des Wirtschaftswachstums.

Zudem rechnet der Schweizer Rückversicherer derzeit nicht mit einem Ende der Niedrig- und Negativzinspolitik.“Auf kurze Sicht geht ein niedriges Wachstum nicht unbedingt mit einer geringeren Leistungsfähigkeit der Finanzmärkte einher, solange die Zentralbanken eine expansive Geldpolitik verfolgen. Bei einer langfristigen geldpolitischen Lockerung wächst jedoch die Gefahr der finanziellen Instabilität“, konstatiert Haegli.

Autor: VW-Redaktion

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