Nach Thomas-Cook-Aus: Bafin kritisiert Tui und Rewe wegen unzureichender Insolvenzabsicherung

Waldemar Zielinski auf Pixabay

Die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook schlägt weiterhin hohe Wellen. Nun hat die Finanzaufsicht mit der Tui und Rewe weitere Reiseanbieter im Visier. Medienberichten zufolge erklärte die Bafin vor wenigen Tagen auch die Insolvenzabsicherung der Tui und der Rewe-Tochter DER Touristik für unzureichend.

Hintergrund für die Prüfung war die unzureichende Absicherung von Thomas Cook, so ein Sprecher. Darunter habe sich auch der Deutsche Reisepreis-Sicherungsverein (DRS) befunden, über den Tui, DER Touristik und die DB-Tochter Ameropa ihre Kundengelder absichern. Das Prüfungsergebnis wolle man „aufgrund von gesetzlichen Verschwiegenheitspflichten“ jedoch nicht kommentieren, berichtet das Handelsblatt.

Das Problem: Um die Prämien möglichst gering zu halten, hatte die Bundesregierung die jährliche Haftungshöhe auf 110 Mio. Euro pro Versicherung gedeckelt. Im Fall von Thomas Cook ist dies augenscheinlich schiefgegangen. So könne die bisherige Schadensumme von 250 Mio. Euro noch erheblich steigen, nachdem Thomas Cook Deutschland zum Jahresende sein komplettes Geschäft einstellen will. Davon betroffen sind rund 660.000 Kunden, die Pauschalurlaube bei den Marken Neckermann, Öger, Bucher und Air Marin gebucht hatten.

Im Unterschied zu anderen Reiseanbietern hatten Tui und die Rewe-Tochter DER Touristik laut Bericht jedoch einen Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit gegründet. Das Prinzip dahinter: Statt über Prämienzahlungen ein teures Versicherungspolster zu schaffen, hafteten die beteiligten Unternehmen für den Fall einer Insolvenz gegenseitig. Obwohl im Ernstfall eine Summe von 110 Mio. Euro für Urlauber-Entschädigungen benötigt würde, wies der Kapitalbestand der DRS laut Creditreform zuletzt gerade einmal 5,3 Mio. Euro aus, berichtet das Blatt weiter.

Wie es nun mit dem Verein weitergehen soll, ist bislang noch offen. „Wir befinden uns dazu in enger Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und unseren Gremien. In diesem Zusammenhang werden wir alle Möglichkeiten intensiv prüfen, auch die klassischen Instrumente des Rückversicherungsschutzes“, wird Vorstand Lothar Sturm zitiert.

Autor: VW-Redaktion

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