Hohe Katastrophenschäden machen der Swiss Re zu schaffen

Gebäude der Swiss Re. Quelle: Swiss Re

Die Swiss Re hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres gut verdient und mehr Gewinn gemacht. Dennoch machen dem Schweizer Rückversicherer eine hohe Schadenbelastung durch Katastrophen zu schaffen. Auch der abgeblasene Börsengang der Sparte ReAssure macht sich in den Bilanzzahlen bemerkbar. Schlecht für die Aktionäre: Ein Teil des Aktienrückkaufprogramms wurde zunächst auf Eis gelegt.

So stieg der Gewinn in den ersten neun Monaten zwar um satte 23 Prozent auf 1,34 Mrd. Dollar.  Auch die Prämieneinnahmen stiegen im gleichen Zeitraum um zehn Prozent auf 28,4 Mrd. US-Dollar. Dabei habe der Rückversicherer vor allem durch die positive Entwicklung der Aktienmärkte profitiert. So stieg die Rendite in diesem Jahr um 4,3 Prozent (VJ: 2,8 Prozent). Positiv wirkte sich laut Rückversicherer auch der Sonderertrag aus dem Verkauf der Beteiligung am brasilianischen Versicherer Sulamerica aus.

In der Kompositsparte P&C verbuchte die Swiss Re nach eigenen Angaben ein deutliches Gewinnplus von 39 Prozent auf 880 Mio. US-Dollar. Die Prämieneinnahmen stiegen ebenfalls um 17 Prozent auf 14,2 Mrd. US-Dollar. Naturkatastrophen, wie die Wirbelstürme “Faxai” in Japan und “Dorian” in der Karibik, das Flugverbot für bestimmte Boeing-Maschinen sowie die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook machten dem Rückversicherer indes einen Strich durch die Rechnung: Die Combined Ratio lag nach neun Monaten bei 101,4 Prozent.

Insgesamt musste der Rückversicherer 1,1 Mrd. US-Dollar für Naturkatastrophen aufbringen. Davon entfallen rund 460 Mio. US-Dollar auf den Taifun „Faxai“ in Japan und rund 300 Mio. US-Dollar auf den Hurrikan „Dorian“ im Atlantik. So schätzt die Swiss Re die versicherten Schäden für den gesamten Markt infolge von Taifun „Faxai“ auf rund sieben Mrd. US-Dollar und infolge von Hurrikan „Dorian“ auf rund 4,5 Mrd. US-Dollar.

Die geschätzte Belastung aufgrund großer Man-made- Schäden betrug laut Rückversicher rund 310 Mio. US-Dollar. Diese entfallen vor allem auf die Folgen des Flugzeugabsturzes der Ethiopian Airlines und des anschließenden Flugverbots für alle Maschinen des Typs Boeing 737 MAX. Hinzu kommen die Schäden durch die Zwangsliquidation von Thomas Cook. Zudem drohen der Swiss Re weitere hohe Kosten etwa wegen des Taifuns “Hagbis”.

Die Geschäftseinheit Corporate Solutions verzeichnete indes einen Verlust von 441 Mio. US-Dollar und eine Combined Ratio von 127,0 Prozent. Die Gründe für das Minus führt die Swiss Re vor allem auf die im Sommer angekündigten Maßnahmen zur Neupositionierung des Geschäfts sowie auf die Schadenbelastung durch Man-Made-Großereignissen und Naturkatastrophen von rund 290 Mio. US-Dollar zurück. Allein im dritten Quartal aufgrund wirkten sich Hurrikan „Dorian“ und der Zwangsliquidation von Thomas Cook negativ auf die Geschäftsbilanz aus.

Die Life & Health Geschäft trug Unternehmensangaben zufolge einen Gewinn in der Höhe von 651 Mio. US-Dollar bei (VJ: 644 Mio.). Dabei blieben die Nettoprämien und Honorareinnahmen trotz ungünstiger Wechselkurs-Bewegungen stabil bei 9,5 Mrd. US-Dollar, heißt es weiter. Life Capital erwirtschaftete einen Gewinn von 40 Mio. US-Dollar. (VJ: vier Mio. US-Dollar).

Daher streicht der Konzern den zweiten Teil seines milliardenschweren Aktienrückkaufs, wie er am Donnerstag bei der Vorlage seiner Zwischenbilanz in Zürich mitteilte. Dabei sei die erste Tranche im Umfang von bis zu einer Milliarde Franken im Mai lanciert und bis Ende September zu über 60 Prozent umgesetzt worden. Wenigstens die Dividende sollte allerdings stabil bleiben. Während die Commerzbank für 2019 von einer Ausschüttung von 5,70 Dollar je Aktie ausgeht, rechnet die britische Barclays sogar mit 5,85 Dollar pro Titel.

„Im Laufe dieses Jahres haben wir sowohl im Atlantik als auch im Pazifik verheerende Stürme erlebt, die schweren Schaden angerichtet haben. Unser Mitgefühl gilt den von diesen Katastrophen betroffenen Menschen. Derartige Ereignisse erinnern uns immer wieder daran, wie wichtig der weltweite Zugang zu einem wirksamen Versicherungsschutz ist. Wir setzen hierbei auf Partnerschaften, um erschwingliche, innovative, technologiebasierte Lösungen zu entwickeln, die dazu beitragen, Deckungslücken zu schließen. Das bietet uns auch die Chance, unser Risikowissen wirksam einzusetzen und weiter zu wachsen“, prognostiziert Vorstandschef Christian Mummenthaler für das Gesamtjahr 2019.

Autor: VW-Redaktion

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