Raffelhüschen: „Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten“
 VWheute Sprint 

Bernd Raffelhüschen auf der bAV-Konferenz von Willis Towers Watson. Quelle: mv

Bernd Raffelhüschen ist in Angriffslaune. Die Opfer seiner Attacken auf der bAV-Konferenz 2019 von Willis Tower Watson (WTW) waren die (ehemaligen) Politiker Andrea Nahles und Hubertus Heil, das Publikum war begeistert. Weniger begeistert waren die Zuhörer im vollbesetzten Saal, als auch die bAV-Branche in den Fokus des Professors mit dem nordischen Dialekt geriet. VWheute live von der Veranstaltung.

„25 Monate Sozialpädagogikstudie, da ist es mit Mathematik wohl nicht so weit“, mit diesem Satz erklärte der Professor die aus seiner Sicht falschen Rentenpläne der Politik. Das alte Rentensystem sei gut gewesen, die neuen Pläne hält er nicht für finanzierbar. Die Rente mit 63 sei ein Fehler, die Rentenpläne einer Regierung müssten der längeren Lebensdauer Rechnung tragen.

„Wer länger lebt, muss auch länger arbeiten, wir müssen auf 68 oder 69 Jahre gehen“, fasst Raffelhüschen seine Gedanken zusammen. Als Beispiel nennt er die nordischen Länder, die eine Art Langlebigkeitsfaktor in ihre gesetzlichen Rentenplänen eingebaut haben. Steigt die Lebenserwartung, müsse auch die geforderte Arbeitsleistung in Jahren angepasst werden.

An die Branche und Versicherer richtet sich der Rentenexperte mit deutlichen Worten. Es gäbe keine Minuszinsen, eine Anlage könne auch heute noch rentabel sein. Ein „Realwert von fünf Prozent“ sei ohne weiteres möglich. „Wer heute über Niedrigzinsen jammert, der hat früher Fehler gemacht“, rüffelt Raffelhüschen die Branche.

bAV gelingt die Metamorphose?

Sehr technisch wurde es im Workshop von Wolf Müller, Head of Pension Fund Management ING. Der Korrespondent sprach in seinem Vortrag zum Thema „intelligente Finanzierung & Kapitalanlage – bAV gelingt die Metamorphose?“ viel von CTA (Contractual Trust Arrangement), Futures (börsengehandelte Termingeschäfte), Switches (Wechseln) und Implementierung von Bank Assets. Im Wesentlichen erläuterte er, wie seine Bank in Deutschland den Schwierigkeiten im bAV-Geschäft begegnete.

Bei der Umsetzung einer bAV-Lösung in einem Unternehmen sei es wichtig, die unternehmerischen Rahmenbedingungen zu kennen und die Schnittstellen und Administration so gering wie möglich zu halten. Zudem rät er den Unternehmen eine Art Pension-Committee von mehreren Abteilungen zusammenzustellen, das quartalsweise tagt und Problemstellungen angeht. Darüber hinaus empfiehlt er im momentanen Zinsumfeld eine Ausfinanzierung von Ansprüchen. Weitere Workshops zur Altersvorsorge von Millenials und was man mit CTA und Pensionsfonds tun sollte, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von VWheute.

Autor: Maximilian Volz

Ein Kommentar

  • „Wer länger lebt muss länger arbeiten“ …gilt das auch im Umkehrschluss. Ich hatte mit 45 einen Schlaganfall, meine Chancen NICHT länger zu leben sind also sehr hoch. Kann ich jetzt eher in Rente? Ich rate jedem, sich ein schönes und erfülltes Leben zu machen. Die Rente, so wir sie denn kriegen, tragen wir doch sowieso noch ins Pflegeheim.

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