Terroranschlag in Limburg? Versicherer betroffen
 VWheute Sprint 

Terror und Angst in Limburg. Bild von John Hain auf Pixabay

In der Innenstadt Limburgs in Hessen rammte ein Fahrer mit einem gestohlenen Lastwagen mehrere Autos. Dabei wurden neun Menschen verletzt. Die Polizei geht von einem Terroranschlag aus, die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat die Ermittlungen übernommen, hieß es am Morgen. Die Generalanwälte widersprachen den Berichten mittlerweile. Sie sprechen „ausdrücklich nicht von einem terroristischen Hintergrund des Vorfalls“. Doch es gibt Indizien in diese Richtung.

Offenbar hat der Fahrer den LKW in der Nähe des Unfallortes gestohlen. Die Frankfurter Neue Presse zitierte den rechtmäßigen Fahrer mit den Worten: „Mich hat ein Mann aus meinem Lkw gezerrt.“ Die gute Nachricht ist, dass es keine Toten gab und wohl auch niemand schwer verletzt wurde.

Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Spiegel-Informationen um den 32-jährigen Syrer Omar Al I, der vorbestraft , aber nicht als Extremist bekannt ist. Er wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, Drogenbesitzes und Ladendiebstahls bei der Polizei geführt.

Terror oder nicht?

Die Frage nach der Haftung bei Terroranschlägen ist in Deutschland geregelt, allerdings ist es für die Betroffenen nicht immer einfach, an Leistungen zu gelangen, wie VWheute bereits beim Anschlag in Berlin im Jahr 2016 analysierte.

Bei dem vermeintlichen Anschlag in Limburg wird erst einmal der Versicherer des LKW einspringen müssen.  „Im Bereich der Kfz-Haftpflicht spielt die Absicht keine Rolle. Der Kfz-Versicherer haftet für Personen- und Sachschäden[…]“, erklärte die Terrorexpertin Ina Straub von Aon Deutschland nach dem Anschlag in Berlin.

Der Spezialversicherer Extremus, von der deutschen Versicherungswirtschaft nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York gegründet, wird in Limburg wohl nicht versicherungstechnisch tätig werden.

Extremus versichert Großrisiken in der Bundesrepublik Deutschland gegen Sach- und Betriebsunterbrechungsschäden durch Terrorakte, sofern die Anschläge im Inland begangen wurden. Damit sind Feuer- und Betriebsunterbrechungsversicherungssummen über 25 Mio. Euro gemeint, das wird in Hessen wohl nicht erreicht werden.

Autor: VW-Redaktion

Der Artikel wurde am Tag mehrfach überarbeitet.

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