Was macht eigentlich Ron van het Hof?

Ron van het Hof, Deutschlandchef Euler Hermes, Quelle: Euler Hermes

Vor rund 13 Jahren holte ihn der frühere Konzernchef Michael Diekmann zur Allianz. Er sollte sein Know-how zur Einrichtung des Direktversicherers Allsecur einbringen. Heute steht Ronald van het Hof, auch „Ron“ genannt, an der Spitze von Euler Hermes Deutschland. Der Manager weiß, wie man andere wachrüttelt. In der neuesten Unternehmensstudie zu weltweiten Insolvenzen bezeichnet er Corona als „tickende Zeitbombe“. Auf dem Karrierenetzwerk Xing hat er sich mittlerweile als Meinungsmacher profiliert. Warum der Niederländer zu den Ausnahmekönnern der Versicherungsindustrie gehört und was Vasco da Gama damit zu tun hat.

Mit Ernstfällen kennt man sich in der Hamburger Friedensallee 254, der deutschen Niederlassung der Euler Hermes SA, schon seit annähernd 100 Jahren aus. Seit Mai 2015 steht van het Hof der Deutschen Abteilung als CEO bzw. Hauptbevollmächtiger vor und dirigiert dabei seine rund 1.400 Mitarbeiter aus dem markanten Hochhaus mit halbrundem Grundriss heraus.

Eines wird bei der Spurensuche nach van het Hofs Wirken und Wirkung auf Markt und Unternehmen schnell klar: Der Niederländer versteht sich als großer Kommunikator. Regelmäßig, d.h. mindestens einmal pro Monat, gibt der Manager mit einer Tour de Horizont Einblicke in seine Gedankenwelt, Einschätzungen über die wirtschaftspolitische Gesamtgemengelage im Allgemeinen und Ausblicke auf die kreditversicherungstechnische Lage im ganz Besonderen.

Panik ist kein guter Ratgeber

Dass Panik kein guter Ratgeber ist, hat der Manager schon als Schüler gelernt, als er sich mit dem Leben und Entdeckungen des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama beschäftigte. In der Rückschau bewertet der überzeugte Fußballfan van het Hof dessen Vita als Initialzündung für seine eigene Entwicklung, denn „Reisen, neue Entdeckungen, Erfindergeist und andere Kulturen faszinieren mich seither und ich fühle mich auf Reisen zu Hause“.

Geboren wurde „Ron“, wie er oft genannt wird, am 12. Oktober 1964 im niederländischen Osterbeck. Nach der Schule studierte er an der Universität von Arnheim und Nijmegen Marketing-Management, was im deutschen in der Betriebswirtschaftslehre sein Äquivalent hat. Nach erfolgreichem Abschluss zieht es den angehenden Manager im August 1992 zum größten Anbieter von Finanzdienstleistungen in den Niederlanden, dem Achmea-Konzern.

Dort erlebt von het Hof seine erste Unternehmensfusion, als am 1. Januar 1995 aus der Zilveren Kruis und Avéro Centraal Beheer Groep mit der Achmea Holding N.V. der größte Player dieser Art im Königreich der Niederlande entsteht. Nach einem weiteren Jahr zieht es den Experten 1997 nach Deutschland, wo er sich als Mitbegründer und Geschäftsführer von Asstel ProKunde Versicherungskonzepte GmbH  einen Namen macht.

Diekmann und die Allianz

Kurz darauf baut Gothaer ihren Direktversicherer Asstel auf und van het Hof wird deren Vorstandsvorsitzender. Im April 2007 holt ihn der frühere Allianz-Chef Michael Diekmann zur Allianz, um sein bei der Gothaer gewonnenes Know-how zur Installation und Einrichtung eines Direktversicherers unter der Marke Allsecur, heute Allianz Direct, einzubringen.

Beinahe gleichzeitig mit der Berufung Oliver Bätes zum CEO der Allianz SE steigt van het Hof im Mai 2015 zum CEO und Hauptbevollmächtigten der Euler Hermes Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) auf. Gleichzeitig wacht er dabei als Vorstandsvorsitzender der Euler Hermes Aktiengesellschaft über die Exportgarantien des Bundes. Vorangegangen waren zwei Jahre als CEO bei Euler Hermes World Agency (Multinational Business).

Seitdem hat Ronald van het Hof knapp 70 Blogbeiträge im eigenen Euler-Hermes-Blog und mindestens 54 Beiträge auf Xing veröffentlicht. Dafür wurde er vom Karrierenetzwerk als „Xing Spitzenwriter – die besten Publisher 2018“ ausgezeichnet, neben Axa Deutschland-Chef Alexander Vollert, Start-up-Profi Frank Thelen oder dem Medizinprofessor Dietrich Grönemeyer zum Beispiel.

Schutzschirm für deutsche Unternehmen

„Den Mut zu haben, Neues auszuprobieren und sich neu zu erfinden“, bringt van het Hof sein Erfolgsgeheimnis auf den Punkt. Genau diese Fähigkeit Neues auszuprobieren und sich neu zu erfinden ist auch heute wieder, in Zeiten der Corona-Pandemie, ein wichtiger Schlüssel. So beteiligen sich die Hamburger an einem weitreichenden Schutzschirm für deutsche Unternehmen, zu dem sich neben dem Bund weitere im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vereinigte Kreditversicherer zusammengeschlossen haben, um betroffene Unternehmen und deren Lieferketten abzusichern.

Kein Blatt vor den Mund nimmt van het Hof in der aktuellen Presseaussendung seines Unternehmens mit Blick auf eine Insolvenzwelle ab Herbst. „Spätestens im dritten Quartal des Jahres wird diese Zeitbombe hochgehen und die Schockwellen dürften sich ins gesamte erste Halbjahr 2021 ausbreiten.“

In Panik gerät der Manager dennoch nicht. Er sucht lieber Lösungen, ganz so wie sein großes Vorbild Vasco da Gama.

Autor: VW-Redaktion

Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen JULI-Ausgabe des Magazins Versicherungswirtschaft.

Ein Kommentar

  • Balleer, Martin, Prof.

    Ron war auch einige Zeit Vertriebsvorstand im Gothaer Konzern…nach seiner Asstel-Zeit. Von dort erst wechselte er wieder nach Holland.Ich war also viele Jahre als Vorstand der Gothaer Kollege von ihm.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

10 + vier =