Swiss Re: Energiewende in Billionenhöhe verändert globale Risikolandschaft

Erneuerbare Energien. Bild von winterseitler auf Pixabay

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re rechnet damit, dass die weltweite Energiewende bis 2040 Investitionen von rund 80 Billionen US-Dollar erfordert. Laut einer neuen Analyse des Unternehmens wird der Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft die Risikomärkte für Investoren und Versicherer tiefgreifend verändern. Der Wandel markiere den Übergang von einer „Experimentierphase“ hin zum breiten industriellen Einsatz neuer Technologien.

„Da sich die globale Energiewende weiter beschleunigt, zieht sie nachhaltige Investitionen in grüne Infrastruktur und Technologien nach sich“, sagt Jimmy Keime, Head Engineering & Nuclear bei Swiss Re. „Angesichts dieser sich wandelnden Landschaft legen unsere Analysen nahe, dass die Akteure der Branche erneuerbare Energien nicht als standardisierte Risikoklasse betrachten sollten.“

Im Bericht „Marktperspektiven: Untersuchung des aktuellen Stands der Energiewende“ wird prognostiziert, dass sich die weltweite Kapazität erneuerbarer Energien von derzeit 4,4 Terawatt (TW) im Jahr 2024 auf 8,5 TW bis 2030 nahezu verdoppeln wird. Damit könnten sich die jährlichen Versicherungsprämien in diesem Segment auf bis zu 26 Milliarden US-Dollar belaufen. Besonders stark wächst der Markt in der Asien-Pazifik-Region und in Europa. Gleichzeitig führen neue Technologien und wetterbedingte Schwankungen zu veränderten Risikomustern, die eine präzisere Risikoanalyse erfordern.

Mit der zunehmenden Reife der Portfolios verschiebt sich laut Swiss Re der Fokus der Versicherungsbranche: Der Bedarf verlagert sich von der Absicherung der Bauphase hin zu einer langfristigen betrieblichen Widerstandsfähigkeit. Dabei gewinnen eigenständige Verträge für erneuerbare Energien an Bedeutung, während fakultative Deckungen für größere und technisch unerprobte Risiken weiterhin gefragt bleiben.

Autor: VW-Redaktion