MLP trotzt Gewinneinbruch mit Rekorderlösen
MLP-Zentrale in Wiesloch. Bildquelle: MLP
Bereits vor zwei Wochen veröffentlichte MLP in einer Ad-hoc-Mitteilung, dass im zweiten Quartal ein herber Ergebnisrückgang zu verzeichnen ist. In den gestern vorgelegten Halbjahreszahlen gibt es auch viel Positives zu berichten. Das Wieslocher Unternehmen erzielt mit 529 Mio. Euro (H1 2024: 514 Mio. Euro) einen neuen Höchststand bei den Gesamterlösen.
Der Finanzdienstleister MLP hat in der ersten Hälfte des Jahres 2025 einen neuen Höchststand bei den Gesamterlösen erreicht. Diese wuchsen um 3 Prozent auf rund 529 Mio. Euro, nach 514 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Den stärksten Zuwachs verzeichnete die Gruppe im Leistungsbereich Absicherung. Hier kletterten die Erlöse um 6 Prozent auf 139 Mio. Euro, was vor allem auf ein deutlich ausgebautes Prämienvolumen in der Sachversicherung zurückzuführen ist. Auch der Bereich Vorsorge wuchs um 5 Prozent auf 130 Mio. Euro, angetrieben durch das Krankenversicherungsgeschäft und in geringerem Maße auch durch die Altersvorsorge.
Im Segment Vermögen fielen die Zuwächse mit einem Plus von 2 Prozent auf 244 Mio. Euro etwas geringer aus. Dies lag an deutlich niedrigeren erfolgsabhängigen Vergütungen und sinkenden Zinserlösen. Die Erlöse im Leistungsbereich Sonstiges sanken wie erwartet auf rund 5 Mio. Euro, da die Gruppe ihre markt- und geschäftsbedingten Risiken in diesem Bereich aktiv reduziert hat.

Das schwache EBIT im zweiten Quartal führt das Unternehmen auf Erlös- und Kosteneffekte zurück. Auf der Ertragsseite hätten sich insbesondere gesunkene Zinserlöse infolge des niedrigeren Zinsniveaus ausgewirkt. Zudem seien die erfolgsabhängigen Vergütungen im Vermögensmanagement deutlich niedriger ausgefallen. Diese Erfolgsvergütungen hängen von der Wertentwicklung bestimmter gemanagter Anlagekonzepte ab und wirken sich den Angaben zufolge zu einem hohen Anteil direkt auf das Ergebnis aus. Auf der Kostenseite wirkten sich demnach „insbesondere erhöhte Investitionen in die IT-Infrastruktur sowie IT-Beratungsleistungen, die verstärkt im zweiten Quartal angefallen sind, aus“.
Das zweite Quartal trägt erfahrungsgemäß nur zwischen fünf und zehn Prozent zum Gesamt-Ebit des Konzerns bei. Neben dem ersten spielt vor allem das vierte Quartal – in dem die Altersvorsorge traditionell im Fokus steht – eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Prognose zu erreichen. Die MLP-Gruppe hat in den ersten sechs Monaten 2025 ein EBIT von 42,7 Mio. Euro erreicht (H1 2024: 48,7 Mio. Euro) und lag damit – wie bereits vor zwei Wochen kommuniziert – zur Jahresmitte unter dem Vergleichszeitraum. Allerdings betont das Unternehmen, dass man deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (36,1 Mio. Euro) lag.
Für das Geschäftsjahr 2025 bestätigt MLP erneut die EBIT-Prognose von 100 bis 110 Mio. Euro. Bis Ende 2028 soll das EBIT bei 140 bis 150 Mio. Euro liegen bei Gesamterlösen in Höhe von 1,3 bis 1,4 Mrd. Euro. 2025 lagen die Gesamterlöse bei 1,067 Mrd. Euro.
Zum 30. Juni 2025 betreute die MLP-Gruppe 594.300 Familienkunden (31. Dezember 2024: 590.700). Die Zahl der neu gewonnenen Familienkunden betrug 10.300 (H1 2024: 9.200).
Autor: VW-Redaktion
