Prudential und Varta melden Hackerangriff

Prudential Tower in Newark, New Jersey. Quelle: Prudential

Auf den US-Versicherer Prudential wurde ein Hackerangriff verübt, bei dem offenbar Daten von Mitarbeitern und Vertragspartnern gestohlen wurden. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die der zweitgrößte Lebensversicherer der USA an die US-Börsenaufsicht verschickte. Auch der deutsche börsennotierte Batteriehersteller Varta wurde Opfer eines Cyberangriffs.

Wie Prudential am Dienstag der US-Börsenaufsichtsbehörde „Securities and Exchange Commission“ mitteilte, hätten sich die Cyberkriminellen am Montag vorvergangener Woche Zugriff auf bestimmte IT-Systeme des Versicherers verschafft. Betroffen von dem Angriff sei ein „kleiner Prozentsatz der Benutzerkonten von Mitarbeitern und Auftragnehmern des Unternehmens“, heißt es in dem Schreiben. Der Vorfall sei am Folgetag von Prudential entdeckt worden. Zudem habe man die Strafverfolgungsbehörden und alle relevanten Aufsichtsbehörden informiert.

Eine laufende Untersuchung soll nun das gesamte Ausmaß der IT-Attacke ermitteln und etwaige noch bestehende Sicherheitslücken schließen. Dabei will der Versicherer mit Sitz in Newark nahe New York auch abklären lassen, ob die Eindringlinge möglicherweise auch auf andere Informationen oder Systeme im Netzwerk des Unternehmens zugreifen konnten. Zum Zeitpunkt der Meldung an die Behörden lägen jedoch keine Hinweise vor, dass die Hacker auch an Kundendaten gelangt sein könnten. Zudem habe der Angriff keine wesentlichen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Prudential gehabt, heißt es. Auch die Finanzlage und die Betriebsergebnisse sieht das Unternehmen von dem Vorfall nicht ernsthaft bedroht.

Prudential beschäftigt weltweit 40.000 Mitarbeiter und erzielte 2023 in der Lebensversicherung einen Umsatz von mehr als 50 Mrd. US-Dollar. Das verwaltete Vermögen beläuft sich auf rund 1,4 Billionen Dollar. Mehr als 50 Millionen Kunden in den USA, Asien, Europa und Lateinamerika beziehen über Prudential Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukte sowie Vermögensverwaltungsdienste.

Auch hierzulande müssen sich Versicherer vermehrt Hackerangriffen erwehren. Das jüngste Opfer ist die Unfallkasse Thüringen (VWheute berichtete). Im Dezember 2023 erbeuteten die Täter bei dem gesetzlichen Krankenversicherer aus Gotha Daten, die sie später im Darknet veröffentlichten. Dazu zählten nicht nur die Stammdaten von Versicherten, wie Name oder Anschrift, sondern auch Versicherungsfalldaten wie Art der Verletzung, Diagnosen oder Vorerkrankungen. Die Krankenkasse warnt auf ihrer Website, dass Hacker die gestohlenen Daten für Phishing-Betrügereien, Identitätsdiebstahl oder -betrug und zur Erstellung gefälschter Schreiben oder E-Mails verwenden könnten.

Neuestes deutsches Opfer ist der Batteriehersteller Varta. Die Produktion stehe seit Dienstag still. Man habe diese selbst nach der Hackerattacke angeordnet. Fünf Produktionsstandorte, drei davon in Deutschland und jeweils einer in Rumänien und Indonesien, seien betroffen, erklärte ein Sprecher. In welchem Umfang ein tatsächlicher Schaden entstanden ist, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht benannt werden“, hieß es in der Mitteilung. Die Aktie verlor über fünf Prozent. Varta befindet sich in der Krise, weil man sich beim Hype rund um Autobatterien übernommen hat und der Großkunde Apple abgesprungen ist. Zuletzt wurden 800 der weltweit 4700 Stellen gestrichen.

Autor: VW-Redaktion

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