GDV watscht leichtsinnige E-Scooter-Fahrer ab

"E-Scooter sind keine Spielzeuge", warnt der GDV. Bildquelle: Kristof Topolewski auf Pixabay

Die Versicherer werden wohl keine Freunde der Elektroscooter mehr. Der Branchenverband GDV kritisiert vor allem die hohe Zahl an Unfällen und die damit verbundenen hohen Schadensummen. Eine Analyse des Statistischen Bundesamtes scheint der Branche nun recht zu geben.

Laut Destatis ist demnach die Zahl der Pedelecunfälle in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Im Jahr 2021 meldete die Polizei 17.285 Pedelecunfälle mit Personenschaden, 2014 waren es noch 2.245. Zum Vergleich: Bei nichtmotorisierten Fahrrädern ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 76.643 im Jahr 2014 auf 67.931 im Jahr 2021 gesunken. Ein Grund für die Entwicklung ist die wachsende Beliebtheit von Fahrrädern mit Hilfsmotor.

Zudem verunglückten im Jahr 2021 insgesamt 17.045 Menschen, die mit dem Pedelec unterwegs waren. Das sind achtmal mehr als im Jahr 2014 mit rund 2.223 Verunglückten. Eine ähnliche Entwicklung findet sich auch bei den Getöteten: 2021 kamen 131 Menschen auf einem Pedelec ums Leben, 2014 waren es noch 39 Frauen, Männer und Kinder, so das Statistische Bundesamt weiter.

Des Weiteren registrierte das Statistische Bundesamt im Jahr 2021 insgesamt 5.535 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 4.882 Menschen, die mit dem E-Scooter unterwegs waren, verletzt, fünf starben. Die meisten Menschen, die mit einem E-Scooter verunglückten, sind jedoch jünger: Im Jahr 2021 lag das Durchschnittsalter bei 31 Jahren. 41,4 Prozent waren unter 25 Jahre alt. Zum Vergleich: Nur gut jede oder jeder vierte (27,8 Prozent) auf nicht motorisierten Rädern Verunglückte war jünger als 25 Jahre, bei Pedelecs lag der Anteil bei 9,1 Prozent.

„E-Scooter sind keine Spielzeuge. Sie gehören nicht auf den Gehweg, dürfen nicht von Kindern unter 14 Jahren und nicht zu zweit oder gar zu dritt gefahren werden.“

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des GDV

E-Scooter würden demnach eine ähnliche Schadenbilanz aufweisen wie Mofas und Mopeds, betonen die Versicherer auf der Basis einer eigenen Analyse. Gut drei Jahre nach der Zulassung von E-Scootern im Straßenverkehr haben die deutschen Versicherer eine Schadenbilanz vorgelegt. „2020 wurden mit rund 180.000 versicherten Fahrzeugen 1.150 Unfälle verursacht, bei denen Dritte zu Schaden kamen. Die Kfz-Haftpflichtversicherer zahlten für jeden dieser Unfälle im Schnitt rund 3.850 Euro“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen.

„Die hohen Entschädigungen zeigen, wie gut und richtig die Entscheidung des Gesetzgebers war, eine Versicherungspflicht für E-Scooter einzuführen. Gerade wenn sie verbotenerweise auf dem Gehweg fahren, sind die E-Scooter eine große Gefahr für Fußgänger“, ergänzt Asmussen.

Autor: VW-Redaktion

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