Eigentümer-Verband „Haus & Grund“ sieht Versicherungspflicht gegen Elementarschäden skeptisch

Bad Neuenahr ein Jahr nach der Flutkatastrophe. Quelle: Bernd Engelien

Der Eigentümer-Verband „Haus & Grund“ sieht eine Versicherungspflicht für Elementarschäden skeptisch. So würden die meisten Besitzer eine solche Versicherung nicht benötigen, weil sie nicht in Hochwasser-Risikogebieten leben würde, sagt Verbandspräsident Kai H. Warnecke.

Demnach würden durch verpflichtende Versicherung nicht nur für Eigentümer die Ausgaben, sondern auch für Mieter steigen. Die Versicherung würde schließlich über die Betriebskosten abgerechnet, führte Warnecke gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) aus.

Die Ministerpräsidenten hatten sich jüngst auf die Wiedereinführung einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden geeinigt. Früher gab es zum Teil bereits solche Regelungen. Der Bund soll dem Beschluss der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz zufolge bis Jahresende einen Vorschlag für eine Regelung erarbeiten, berichtet der Deutschlandfunk.

GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen betonte jedoch: „Eine Pflichtversicherung bei verfassungskonformer Umsetzung hat enge Grenzen. Sie wird am Ende nur mit deutlich eingeschränktem Versicherungsschutz umsetzbar sein, zum Beispiel nur für hochgefährdete Gebäude oder nur für Neubauten. Eine solche Pflichtversicherung würde jedoch weiterhin viele Schäden unversichert lassen und damit das Ziel eines flächendeckenden Schutzes konterkarieren“.

Dabei übte der GDV-Hauptgeschäftsführer auch Kritik: „Den wichtigen Aspekten Prävention und Klimafolgenanpassung räumen die Justizministerinnen und Justizminister nicht den nötigen Stellenwert ein. Hier ist zu hoffen, dass die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen diesen Aspekten mehr Beachtung schenken.“

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • Offensichtlich gehen die Eigentümer von Immobilien immer noch davon aus, dass die klimatisch bedingten Wetteränderungen lediglich Immobilien und Mieter treffen, die an Flussläufen wohnen.
    Dem gegenüber liegt der Beweis vom 14.07.2021 vor, dass in West-Deutschland flächendeckende Schäden durch Starkregen entstanden sind.
    Aber vor allem sehe ich eine Aufklärungspflicht darin, das es mittlerweile eine SOLO Elementar-Versicherung für Häuser bis 400 m² Wonfläche gibt, die einen festen Jahresbeitrag von 110,– € incl. Steuer nimmt. Würde der Versicherer nun mehr auch Mehrfamilienhäuser zu diesem Beitrag versichern, würde der Elementarschaden in einem Mehrfamilienhaus mit 4 Einheiten lediglich 27,50 € im JAHR kosten. Alleine eine einzige Tankfüllung Ihres PKW kostet aber zur Zeit schon 110,00 € und mehr…. Wer kann denn bei diesem Argument schon nein zur Elementarversicherung sagen?

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