Sachverständigenrat der Verbraucher spricht sich für Pflichtversicherung gegen Elementarschäden aus

Schäden durch Sturmtief "Bernd". Quelle: Bernd Engelien / Zurich.

Der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen (SVRV) hat sich angesichts der Überflutungen im vergangenen Jahr für eine umgehende Einführung einer Versicherungspflicht für Elementarschäden ausgesprochen. „Die Flutkatastrophe des Sommers 2021 hat gezeigt, dass Deutschland vom Klimawandel voll erfasst wird, aber nicht hinreichend an die Folgen des Klimawandels angepasst ist“, heißt es in einem Positionspapier.

Demnach soll es laut einem Bericht des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) eine verpflichtende Basisversicherung vorschlagen: Alle Eigentümer von Wohngebäuden würden gesetzlich verpflichtet, ihre Gebäude gegen Elementarschäden zu versichern. Dieser Basisschutz könnte demnach individuell erweitert werden. Dies sei aber abhängig von finanziellen Möglichkeiten, persönlicher Risikoeinstellungen sowie der Gefährdungslage.

Kritik gibt es aber vom Branchenverband GDV: „Wir schlagen einen anderen Weg vor, als eine Pflichtversicherung. Er wäre schneller umzusetzen und käme mit weniger Änderungen und Eingriffen in einen Markt für Naturgefahrenversicherungen für Hausbesitzer aus, der ja auf der Angebotsseite funktioniert. Unser Vorschlag sieht ein neues System für den Elementarversicherungsschutz vor, mit einer Umstellung aller bestehenden privaten Wohngebäudeversicherungsverträge zu einem Stichtag. Ziel ist eine Absicherung aller Wohngebäude gegen Extremwetterrisiken“, konstatiert Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

„Es muss aber auch klar sein: Eine Pflichtversicherung verhindert keinen einzigen Schaden. Wir müssen uns als Gesellschaft gegen mehr Extremwetter rüsten und vor allem auch mehr vermeidbare Schäden verhindern. Daher fordern wir in unserem Gesamtkonzept auch Bauverbote in hochwassergefährdeten Gebieten, eine verpflichtende Klima-Gefährdungsbeurteilung bei Baugenehmigungen und den besseren Schutz bestehender Gebäude“, so der Verbandsvertreter.

Autor: VW-Redaktion

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