Versicherungsbetrügerin verschleppt Prozess zehn Jahre

Die Mühlen der Justiz mögen langsam mahlen, aber sie mahlen. Bild von luctheo auf Pixabay.

Keine Zeit für den Prozess wegen Versicherungsbetrug. Das galt für über zehn Jahre für eine Angeklagte; der Richter war am Ende deutlich zeitkritischer – und im Urteil unnachgiebig.

Alles begann 2012; in einer Januarnacht brachen zwei Diebe in das Bekleidungsgeschäft der Angeklagten ein. Sie stahlen Bargeld und Schmuck im Wert von über 3.000 Euro. Die Angeklagte listete aber darüber hinaus acht DIN-A4-Seiten an Kleidungs- und Modegegenstände im Wert von über 34.000 Euro auf und gab sie zwecks Erstattung an die Versicherung. Die aufmerksamen Ermittler überführten sie aber letztendlich wegen Falschangaben, was zu einem Prozess führte.

Genau diesem entzog sich die Dame allerdings über Jahre. Gegen einen Strafbefehl hatte sie 2015 Einspruch eingelegt, sonst waren Atteste über Verhandlungsunfähigkeit ihre Waffe. Diese wurden allerdings aufgehoben, wie die Neue Presse Coburg meldet.

Einkaufen oder Richter

Zum Termin am Donnerstag erschien die Dame wiederum nicht im Gerichtssaal. Stattdessen unternahm sie einen „Einkaufsbummel in Haßfurt“, wie ihr Ehemann „dem Vorsitzenden telefonisch mitteilte“. Diese Geringschätzung der Justiz lässt sich kein Richter der Welt bieten. Flugs wurde eine Polizeistreife losgeschickt, die die Angeklagte aus der Innenstadt abholte und zum Gericht begleitete.

„Sie lassen mich abführen wie einen Verbrecher“, wetterte die Prozessresistente. Das stellte sich nachträglich als zutreffend hinaus, denn sie wurde wegen Versicherungsbetrug zu einer Geldstrafe in Höhe von 150 Tagessätzen zu 25 Euro verurteilt.

Weitere Verfahren wurden laut der Zeitung wegen „Verhandlungsunfähigkeit eingestellt“. Darunter fallen ein Betrugsvorwurf in einem Regenwasserschaden sowie Verleumdung und falsche Verdächtigung.

Autor: VW-Redaktion

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