PKV unter Druck: Ampel prüft GKV-Wechseloption für Beamte

Mit einer Wechsel-Möglichkeit dürfte sich die Situation vieler Kassen deutlich verbessern. Die privaten Anbieter dürfte die Entwicklung unter Druck setzen. Bildquelle: Brian Merrill auf Pixabay

In der Gesundheitspolitik könnte sich möglicherweise eine große Reform abzeichnen. Nach Angaben des Business Insider verhandelt eine Arbeitsgruppe eine grundlegende Wechsel-Möglichkeit von Beamten in die gesetzliche Krankenversicherung. Noch können Beamte aktuell zu Beginn ihrer Laufbahn zwischen gesetzlicher und privater Absicherung wählen. Danach kann nicht mehr ohne Weiteres gewechselt werden. Privaten Anbietern droht ein Beben.

Mit einer Wechsel-Möglichkeit dürfte sich die Situation vieler Kassen deutlich verbessern. Die privaten Versicherer dürfte die Entwicklung unter Druck setzen. Es könnte ein erster, indirekter Schritt in Richtung Bürgerversicherung sein. Insbesondere die SPD drängt auf eine solche Option. Die FDP steht einer Wechsel-Möglichkeit jedoch kritisch gegenüber.

Die Grünen indes sollen den Punkt für sich als nicht koalitionsentscheidend eingestuft haben. Es liegt an SPD und FDP, sich zu einigen. Diese Einigung sollen nach Medienbericht ab heute die Hauptverhandler um die bisherigen Partei- und Fraktionschefs übernehmen.

Die Beiträge im Neugeschäft der privaten Krankenversicherer sollen nach Angaben von Morgen & Morgen in diesem Jahr um etwa 2,53 Prozent steigen. Die unterschiedlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zeigen allerdings aktuell noch keinen Einfluss.

Mitte des Jahres haben Analysten Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen der PKV-Tarife marktweit verglichen und aggregierten sie zu einer Bewertung pro Tarifkombination. Es werden nur Tarife bewertet, die bereits seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt sind. 

Das Ergebnis der Analyse zeigte, dass die Beiträge im Neugeschäft mit im Schnitt 2,53 Prozent weiterhin leicht steigen. 2020 lagen die BAP im Neugeschäft laut Morgen & Morgen durchschnittlich bei 1,77 Prozent, 2019 bei 1,68 Prozent und im ersten Ratingjahrgang nach Einführung der Unisex-Tarife bei nur 1,44 Prozent.

In einem Interview mit VWheute im Sommer erklärte Debeka-Chef Thomas Brahm: „Ich bin mir sicher: Die PKV bleibt, aber sie bleibt anders.“ Schon damals warnte er, dass es „über all die Jahre bei manchen als schick galt, bereits die Existenzberechtigung der Privaten Krankenversicherung in Zweifel zu ziehen und ihre Abschaffung zu fordern.“ Die Debatte geht nun wohl in die nächste Runde.

Autor: VW-Redaktion