Dividendenzahlungen: Insurance Europe warnt vor generellem Ausschüttungsverbot

Allianz Hauptversammlung 2018, Quelle: Allianz

Corona setzt den europäischen Versicherungsmarkt mächtig unter Druck. An den Auszahlungen von Dividenden halten die Unternehmen fest – weil es wichtig ist den Aktionär bei Laune zu halten und ein Gefühl der Robustheit zu transportieren. Die Pandemie könnte bei den Unternehmen zwar zu Verlusten von 50 bis 100 Mrd. US-Dollar führen, doch seien die Auswirkungen auf einzelne Player unterschiedlich, berichtet Insurance Europe. Ein generelles Gewinnausschüttungsverbot infolge von Corona sei der falsche Ansatz.

Aufseher sollten auf pauschale landesweite oder regionale Verbote von Gewinnausschüttungen verzichten und sie nur im Einzelfall untersagen, erklärt der Verband Insurance Europe. Zum Beispiel, wenn die Kapitalpolster zu sehr schrumpfen.

Die Eiopa hatte Versicherern empfohlen, aufgrund der Corona-Krise auf Dividenden zu verzichten – vor allem aufgrund der nicht absehbaren Folgen der globalen Infektionskrankeit. Die Eiopa schlug im April vor, die Aussetzung der Dividendenzahlungen zu überdenken, sobald die finanziellen und auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise deutlicher werden. 

Big Player wie Allianz, Munich Re, Generali oder Axa hielten an ihren Ausschüttungen für 2019 fest. Auch die Bafin hält ein pauschales Verbot nicht für notwendig. Bei der Dividendenpolitik sei die individuelle Situation der Versicherer zu berücksichtigen, insbesondere deren Risikotragfähigkeit. „Wir stehen diesbezüglich in engem Dialog mit den Unternehmen und erwarten eine überzeugende Begründung, falls sie Dividenden ausschütten wollen“, betonte Exekutivdirektor Frank Grund vor wenigen Monaten.

Insurance Europe hat eine Forderung an die Aufsicht: Ein gewisses Maß an aufsichtsrechtlicher Flexibilität sei entscheidend, um Versicherer in die Lage zu versetzen, ihre Produkte und Dienstleistungen an neue Marktrealitäten anzupassen.“  

Autor: VW-Redaktion

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