Bafin bemängelt hohe Provisionen bei Restschuldversicherungen

Gebäude der Finanzaufsicht Quelle: Kai Hartmann Photography / BaFin

Die Restschuldversicherung stößt bei den Verbraucherschützern auf wenig Gegenliebe. Ein Kritikpunkt ist dabei die Höhe der Provisionen, die von den Banken bei Abschluss einer entsprechenden Police verlangt werden. Glaubt man einer aktuellen Untersuchung der Bafin, hat sich daran bislang nicht viel geändert.

So stellt die Finanzaufsicht weiterhin „keine marktweiten substanziellen Veränderungen bei den Provisionszahlungen fest. Wie bereits in der Marktuntersuchung 2017 festgestellt wurde, sind die von den Versicherungsunternehmen an die Kreditinstitute geleisteten Provisionen teilweise außerordentlich hoch“, heißt es in einer Mitteilung. „Damit bleibt der Fehlanreiz zum Verkauf der Restschuldversicherung erhalten und die Versicherung im Verhältnis zu anderen Versicherungen überteuert“, kommentiert Dorothea Mohn vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) die Ergebnisse gegenüber dem Handelsblatt.

Eine weitere Erkenntnis der aktuellen Analyse sind die teilweise hohen Ablehnungsquoten der Versicherungsunternehmen: „Die höchsten Ablehnungsquoten sind beim Risiko Arbeitslosigkeit zu finden. Die Ablehnungsquoten bei den Arbeitslosigkeitsversicherungen bewegen sich bei den echten Gruppenversicherungsverträgen überwiegend im Bereich von 35 Prozent bis 55 Prozent und betragen in der Spitze bei Einzelversicherungsverträgen bis zu 66 Prozent“, konstatiert die Bafin.

Die Bürgerbewegung Finanzwende bewertet die Ergebnisse der Bafin-Untersuchung jedenfalls als „erschreckend“. „Die Produkte dienen in viel zu vielen Fällen eher dem Vertrieb als den Kunden. Das zeigt sich insbesondere an enormen Provisionen von teils mehr als 50 Prozent des Beitrags“, heißt es in einer Stellungnahme.

„Noch irritierender“ sei dabei, dass „die Missstände bei Restschuldversicherungen seit Jahren bekannt sind. Doch anstatt endlich durchzugreifen, legt die BaFin nun Untersuchungen vor, die diese Missstände erneut belegt. Die Aufsicht handelt nach dem Motto: nur gucken, nicht anpacken.“

Die Analyse der Finanzaufsicht zeige laut Finanzwende „aber auch, dass die Bundesregierung beim Verbraucherschutz zu wenig Engagement zeigt. Seit fast eineinhalb Jahren liegt ein Gesetzentwurf auf Eis, der die Probleme bei den Restschuldversicherungen zumindest teilweise angeht.

Autor: VW-Redaktion

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