BVK wegen Rentenplänen gespalten – BdV spricht von einem Armutszeugnis

Rente. Quelle: Gearalt auf Pixabay.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission hat ihren Abschlussbericht für eine Reform der Altersvorsorge vorgelegt. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) befürwortet die darin formulierte Förderung der privaten Altersvorsorge ergänzend zur gesetzlichen Rente. An anderen Punkten wird Kritik geübt.

Der Vorschlag der Kommission war in den Medien unterschiedlich kommentiert worden, vielen waren die Ergebnisse zu mager. Der BVK ist allerdings zufrieden – zumindest partiell. „Es ist uns wichtig dabei festzuhalten, dass das Gremium auch den weiteren Ausbau der Riester-Rente vorschlägt mit einer Dynamisierung der staatlichen Zulagen und der Vereinfachung des Zulagenverfahrens“, sagt BVK-Präsident Michael H. Heinz. „Auch der BVK fordert seit Jahren eine Weiterentwicklung der Riester-Rente, wobei auch eine Zusammenlegung mit der Rürup-Rente für Selbstständige sinnvoll erscheint. Allerdings finden wir es nicht nachvollziehbar, warum die Kommission im gleichen Atemzug die Vertriebskosten kritisiert und eine staatlich organisierte digitale Plattform sowie ein Standardprodukt dafür vorschlägt.“

Nach Ansicht des BVK ist es „zum großen Teil den hochqualifizierten Beratungs- und Vermittlungsleistungen der Versicherungskaufleute geschuldet“, dass bisher über 16 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen wurden.

Zu vage?

„Zu begrüßen ist auch die Förderung der betrieblichen Altersvorsorge über eine Erhöhung des steuerlichen Förderrahmens und besserer Möglichkeiten arbeitgeberfinanzierter Vorsorge für Geringverdiener“, erklärt BVK-Präsident Heinz. „Das sind in unseren Augen vernünftige Vorschläge. Umso unverständlicher ist es deshalb für uns, warum die Kommission keine richtungsweisenden und konkreten Empfehlungen zur Sicherung der gesetzlichen Rente, beispielsweise durch Anhebung des Renteneintrittsalters oder Rücknahme von Fremdleistungen wie die Mütterrente, gemacht hat.“

Auch bleibe die Kommission sehr vage, wie die steigenden Beitragsleistungen für die gesetzliche Rente zukünftig von den Sozialpartnern geschultert werden können. „Ein Zukunftsentwurf für eine nachhaltige Altersversorgung haben wir uns deshalb anders vorgestellt“, erklärt der BVK-Präsident.

Der Bund der Versicherten (BdV)

Der BdV kritisiert die Ergebnisse der Kommission. In Sachen privater Vorsorge und Riester-Rente bleibe sie „im Nebulösen“ oder „übernimmt die Forderungen der Versicherungslobby“. Das sei ein „Armutszeugnis“. „Die Rentenkommission hat die Chance vertan, Empfehlungen für eine Korrektur der Geburtsfehler der Riester-Rente auszuarbeiten und die private Vorsorge damit zukunftsfähig zu machen. Stattdessen setzt sie mit den Lebensversicherern auf das untaugliche Konzept einer sterbenden Branche“, erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV.

Konkret vermisst der BdV im Gutachten der Rentenkommission klare neue Impulse für die kapitalgedeckte Altersvorsorge. Zwar erkennt die Kommission den Zustand der privaten Altersvorsorge als „nicht zufriedenstellend“ an; es fehlen aber sowohl hinreichende Analysen, warum dies so ist, als auch Empfehlungen für nachhaltige Lösungen, wird kritisiert.

„Die Versicherer tragen mit zu hohen Kosten, überhöhten Annahmen zur Lebenserwartung und massiver Intransparenz die Hauptschuld am Riester-Debakel“, erläutert Kleinlein. Daher wäre es richtig, mit neuen und alternativen Modellen gegenzusteuern, anstatt lediglich die bereits bekannten Fragen nochmals zu stellen.

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