Prozess: Der „20.000-Volt-Mann“ ist zurück und weiter kampfbereit

Strom - nützlich, aber gefährlich. Bild von OpenIcons auf Pixabay

Jochen Dancker erlitt vor Jahren bei der Arbeit einen eigentlich tödlichen Stromstoß. Seitdem kämpft er mit seiner privaten Unfallversicherung um eine Entschädigung. Der Versicherer bestreitet, dass die körperlichen Schäden Folge des 20.000 Volt Stromschlags sind. Jetzt wird der Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf fortgesetzt.

Als der Stromschlag Dancker in einem Großrechnerzentrum einer Bank trifft, war sein Leben vorbei, 20.000 Volt sind eigentlich nicht zu überleben. Seine Kollegen ziehen den qualmenden Elektriker aus dem Gefahrenbereich, beleben ihn wieder, der eintreffende Notarzt muss das Prozedere wiederholen. Nach 17 Operationen und einer Fülle von körperlichen Beschwerden geht es nun vor Gericht um die Entschädigung – VWheute berichtete bereits von dem Fall.

Während die Rentenkasse nach der Schilderung des Falles sofort bezahlte, weigert sich die private Unfallversicherung. Seine Beschwerden – u.a. Seh- und Herzbeschwerden sowie Bewegungseinschränkungen, könnten auch Folge seines Übergewichts sein, erklärt der Versicherer charmant. Bereits gezahlte Leistungen im niedrigen fünfstelligen Bereich wurden zurückgefordert. Das will sich der Geschädigte nicht gefallen lassen.

Es geht daher in diesem Prozess erneut darum, was der – 20.000 Volt – Stromstoß in Danckers Körper anrichtete und welchen Anteil er an den Beschwerden des Mannes hat. Dass ein Stromstoß dieser Schwere im Zusammenhang mit den Beschwerden steht, ist höchst wahrscheinlich, allerdings schwierig zu beweisen.

Immer weiter machen

Den Kampfeswillen Danckers hat der Stromschlag jedenfalls nicht nachhaltig beeinträchtigt. Der ehemalige Elektriker hat bereits angekündigt, den Prozess bis zum bitteren Ende durchzuziehen. „Mich kriegt man nicht klein. Ich kämpfe bis zum Ende!“ Die Gegenseite ist allerdings ähnlich motiviert.

Ein Vergleichsvorschlag seitens der Richterin wurde abgelehnt, der Prozess geht weiter. Die Anwältin der Versicherung möchte weitere Gutachten von Orthopäden, Augenärzten, Neurologen und Psychiatern einholen.

Der Prozess wird also weiter in die Länge gezogen. Ob das den 20.000 Volt-Mann und seinen auf Versicherungsfragen spezialisierten Anwalt Julian Wiethoff beeindrucken wird, ist fraglich. VWheute wird weiter von dem Fall berichten.

Autor: VW-Redaktion

Anmerkung der Redaktion: Im ersten Bericht zum Fall stand Jochen Dancker, er heißt aber Joachim. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

2 Kommentare

  • Warum wird der Name des privaten Unfallversicherers nicht genannt? Es wäre doch wichtig für alle Versicherungsmakler, potentielle Kunden und sonstige Interessierte.

  • Maximilian Volz

    Sehr geehrter Herr Schmid,

    Es ist bei solchen Berichten nicht üblich, den Versicherer zu nennen. Mir ist er auch in diesem Fall nicht bekannt.

    Mit freundlichen Grüßen

    Maximilian Volz

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