Die Geschichte des menschlichen Pizzakatapults, einem Unzerstörbaren und dem Doppelzündler

Strom, nützlich aber gefährlich. Bild von Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Der November bringt offenbar das Schlechte, Bösartige aber auch Tapfere in den Menschen zum Vorschein. Pizzaschleudernde Lieferanten, doppeltzündelnde Betrüger und der „20.000-Volt-Mann“ liefern Geschichten zum Staunen und schämen.

Der „20.000-Volt-Mann“ heißt Jochen Dancker und wohnt in Düsseldorf. Bei einem Arbeitsunfall vor über sieben Jahren erlitt er einen schweren Stromstoß. Normalerweise ein Todesurteil, doch der Mann überlebte und streitet seitdem mit seiner Versicherung um eine Entschädigung. Der Express, selbstverständlich eine Institution bei der Bewertung von Strom-Folgeschäden, schreibt: „Dass seine späteren Erkrankungen Folgeerscheinungen des XXL-Stromschlags sind, liegt mit logischem Menschenverstand auf der Hand – ist aber nun mal schwer zu hundert Prozent zu beweisen.“

Seit Jahren zankt Dancker mit seiner Versicherung um den Streitwert von einer halben Million Euro. Die Versicherung habe „dreimal einen Vergleich über 250.000 Euro abgelehnt“. Zu allem Überfluss erkrankte der Gutachter während des Prozesses, sodass die Verhandlung lange unterbrochen werden musste. Im Januar wird er vor dem Landgericht weitergeführt.

Genau diesen Prozess nutzt Dancker zur Motivation. Bei ihm wurde zwischenzeitlich nämlich eine seltene Krebsart und eine Herzschwäche diagnostiziert, doch der Mann denkt nicht an Aufgabe. „Ich habe mir geschworen, mich nicht in die Kiste zu legen, bevor der Fall abgeschlossen ist“. Seine Wut auf den Versicherer motiviert ihn. „Ich habe zur Anwältin der Gegenseite gesagt, dass sie sich den Falschen ausgesucht haben. Mich kriegt man nicht klein. Ich kämpfe bis zum Ende!“

Das scheint zu stimmen, seit Mai 2018 musste sich Dancker 17 Operationen verschiedenster Art unterziehen. Bei aller Neutralität, sein Wille beeindruckt, VWheute wünscht ihm alles Gute!

Wütender Lieferant und ein Feuerteufel

Ein nervlich wohl stark beanspruchter Pizzabote hat im niedersächsischen Bückeburg etwas unüblich auf eine Beschwerde reagiert. Eine Frau lehnte die verspätetet Delikatesse ab, woraufhin der Wüterich das Produkt seinem Kartongefängnis entnahm und es der Kundin per Schleuderbewegung ins Gesicht beförderte. Diese vernahm laut Polizeibericht ein „leichtes Brennen“.

 Hoffentlich hat die Dame eine Versicherung, denn ein Pizzawurf erfüllt die Bedingungen eines Unfalls nahezu perfekt. Die Polizei beschrieb die Lieferung übrigens als „ungalant, aber mundgerecht“, offenbar isst man in Niedersachen Pizza auf eine spezielle Art.

Es ist der Klassiker überhaupt, ein Mensch braucht Geld und ihm fällt auf, dass er über ein hochversichertes Objekt verfügt. Das kommende ist dann im Kern immer gleich, das Objekt wird, mehr oder weniger, professionell, zerstört und das Versicherungsgeld eingesteckt. Meist funktioniert das aber nicht, denn Versicherer haben besonders bei großen Schäden das eine oder andere Ermittlungsass im Ärmel.

Das weiß nun auch ein 35-jähriger Badener, der sein Haus gleich zweimal anzündete, um an das Versicherungsgeld zu kommen. Jetzt muss der Mann ins Gefängnis, wie die Badische Zeitung meldete. Er wurde wegen Vortäuschens einer Straftat in Verbindung eines versuchten Betrugs in einem besonders schweren Fall sowie wegen Versicherungsmissbrauchs zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt. Die mitangeklagte Mutter wurde freigesprochen.

Autor: VW-Redaktion

Ein Kommentar

  • „ Hoffentlich hat die Dame eine Versicherung, denn ein Pizzawurf erfüllt die Bedingungen eines Unfalls nahezu perfekt. “

    … und was leistet in so einem Fall die Unfallversicherung?

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