PKV-Monopol bröckelt weiter: Berlin öffnet Krankenversicherung

Berlin öffnet KV für Beamte. Bild: Alexanderplatz / Berlin. Bild von Markus Spiske auf Pixabay

Die Staatsdiener in Berlin erhalten Wahlfreiheit in der Krankenversicherung. Sie können ab dem kommenden Jahr entscheiden, ob sie weiter privat oder gesetzlich versichert sein wollen.

Der Berliner Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) hat ein Gesetz vorgelegt, das im Laufe des ersten Quartal verabschiedet und rückwirkend ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten soll. „Die gesetzliche Krankenversicherung ist vor allem für Beamte mit niedrigeren Besoldungsgruppen und mitzuversichernden Familienmitgliedern eine echte Alternative“, sagte Kollatz gegenüber der Berliner Morgenpost.

Der Grundstein ist gelegt?

Berlin folgt damit der Hansestadt Hamburg, die die Öffnung als erstes Bundesland anwandte – VWheute berichtete. Inzwischen hätten mehr als 1000 Landesbedienstete die GKV-Option gezogen. Für die PKV weitaus kritischer, jeder dritte neu eingestellte Beamte wählt laut Auskunft des Finanzsenators die gesetzliche Variante.

Die Bundesländer Brandenburg und Thüringen planen einen ähnlichen Schritt wie Hamburg und Berlin. Ob die PKV-Branche dann immer noch mit Hohn und Spott auf das Hamburger-Modell blickt?

Autor: VW-Redaktion

3 Kommentare

  • bröckeln ist der falsche Ausdruck. Wer seich mit der Alternative beschäftigt hat, lehnt sie ab. So meine Erfahrung der letzten Monate. ein Beamte im Hamburger Modell hat Lücken durch die Pauschale Beihilfe gegenüber der individuellen Beihilfe und zahlt im Alter den gesamten Beitrag, weil weder ein Arbeitgeber noch eine Förderung vorherrschen. Die gesetzlichen Leistungen volatil und daher mit einem Würfelbecher zu vergleichen. Sehr einseitig die Betrachtungsweise definitiv nicht korrekt, wie ich meine und auch belegen kann

  • Wenn den Staatsdienern die Wahlmöglichkeit der PKV/GKV schon offensteht, stellt sich doch die Frage ob bzw. wann die Wechselfreiheit auch für die gilt, die dem Staat mit Zahlung von Steuern dienen. Da gab es doch mal ein Gesetz, welches was mit Gleichberechtigung zu tun hatte.
    Ich könnte mir vorstellen, dass auch der Ein oder Andere der in den letzten Tagen Post von seiner PKV bekommen und jetzt die Prozentrechnung in 10 er Schritten gelernt hat auch gerne wechseln würde.

  • Grundsätzlich finde ich es richtig wenn es einen Wettbewerb der Systeme gibt und somit auch die gesetzliche Krankenkassen für die Beamten gefördert werden. Es ist auf jeden Fall für diejenigen Beamten von Vorteil, die aktuell gesetzlich versichert sind und aufgrund von Erkrankungen nicht in die Private wechseln können.
    Bei Neuverbeamtungen wäre ich jedoch sehr vorsichtig mit der Wahl der gesetzlichen Krankenkassen. Denn selbst bei niedrigen Besoldungsstufen kommen die nächsten Erfahrungsstufen sehr schnell und das führt immer zu einer Anhebung des Beitrages, so dass die vermeintliche Attraktivität auch schnell verloren gehen kann. Ganz zu Schweigen von den gravierenden Leistungsunterschieden. Brille und Zahnersatz sind ja noch schnell greifbar. Aber Dinge wie Budgetierung, freie Arzt- und Krankenhauswahl sollte man sich einmal von einem Fachmann in Ruhe erklären lassen.
    Im Alter hat der Beamte der individuellen Beihilfe in Berlin einen Beihilfesatz von 70%, so dass die PKV nur noch 30% Restkosten tragen muss, während der gesetzlich Versicherte weiterhin auch nur einen Zuschuss von 50% erhält.

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