Verbände lehnen CDA-Vorschlag einer verpflichtenden privaten Altersvorsorge ab

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Der Vorschlag der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) zur Einführung einer verpflichtenden privaten Altersvorsorge stößt bei den Verbänden der Branche offensichtlich auf wenig Gegenliebe. So gehe für den GDV „eine spekulative Staatsrente an den Bedürfnissen der Menschen vorbei“. Nach Ansicht des BVK werde die sozialpolitische Aufgabe der Versicherungsvermittler ignoriert.

„Alle Umfragen belegen, dass Sicherheit für die Deutschen das wichtigste Kriterium bei ihrer privaten Altersversorgung ist. Wer Bürger zwangsweise auf die Aktienanlage für die Altersvorsorge festlegt, muss ihnen nach dem nächsten Börsencrash erklären, was mit ihrem Ersparten passiert ist und was das für ihre Rente bedeutet“, konstatiert der GDV.

Zudem wecke der Vorstoß „Erwartungen, die sich in der Praxis nicht erfüllen werden: Renditeannahmen von acht Prozent pro Jahr, auf denen Modelle wie die sogenannte Deutschlandrente beruhen, sind in Zeiten negativer Anleihezinsen vollkommen unrealistisch. Denn in den vergangenen 30 Jahren belief sich das Renditeplus von Aktien gegenüber Anleihen im Durchschnitt lediglich auf 2,4 Prozent.“

Außerdem kritisiert der Branchenverband ein „reines Wunschdenken auf der Kostenseite: Wer mit 0,2 Prozent Verwaltungskosten rechnet, blendet den Aufwand für Beitragseinzug, Zulagenverwaltung, Kapitalanlage und spätere Auszahlung etc. vollkommen aus.“

„Wenn alle Arbeitnehmer von ihren Nettolöhnen noch Sparbeiträge in ein Standardprodukt ohne Wahlfreiheit einzahlen sollen, ist das ziemlich dirigistisch. Außerdem ist es nicht sachgerecht, die Altersvorsorge der Volatilität der Aktienmärkte zu überlassen“, kritisiert BVK-Präsident Michael H. Heinz die CDA-Pläne. Vielmehr sei für den Vermittlerverband eine bürokratische Entschlackung und Vereinfachung der staatlichen Riester-Förderung nötig. Die anbietenden Unternehmen müssten entlastet und die Kosten reduziert werden, um die Produkte attraktiver zu machen, so der BVK weiter.

„Das wäre ein konstruktiver Vorschlag und nicht ein staatlich gelenkter Fonds, der alle über einen Kamm schert. Ich kann mir daher derzeit nicht vorstellen, dass die CDU als Partei der Markwirtschaft und Freiheit das auf ihrem Parteitag beschließen wird“, so Heinz.

Autor: VW-Redaktion

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