Frank Bsirske: „Grundrente hilft gegen Armut“

Rente, Gearalt auf Pixabay.

Nach 18 Jahren bei der Gewerkschaft Verdi ist bald Schluss für den Chef Frank Bsirske. Gegen Ende positioniert er sich noch einmal wortstark pro Grundrente und für einen höheren Mindestlohn. Er will so Armut bekämpfen.

Der Verdi-Mann will die Absicherung im Alter. „Die Grundrente ist ein ganz wichtiger Schritt, um das Armutsrisiko von Niedriglöhnen ein Stück weit zu begrenzen und dem entgegenzuwirken“, erklärte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die Zahlen des Verdi-Chefs lassen einen erschaudern: “ Menschen in zweistelliger Millionengrößenordnung sind in den kommenden Jahrzehnten als Rentner von Armut bedroht“, sagte Bsirske. „9,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner haben bereits jetzt eine gesetzliche Rente von unter 900 Euro, das ist jeder Zweite und das bei einem Rentenniveau von derzeit 48 Prozent“, fährt er fort. Das Rentenniveau drohe aber nach jetzigem Stand nach dem Jahr 2025 auf bis zu 43 Prozent zu sinken – und dann noch weiter.

Mindestlohn rauf

„Beim gesetzlichen Mindestlohn ist es absolut angezeigt, einen deutlichen Sprung nach oben zu machen – auf 12 Euro im Jahr 2020“, sagte der scheidende Verdi-Chef. Der Deutsche Gewerkschaftsbund habe bereits 2010 8,50 Euro gefordert, dem damaligen Durchschnitt der Mindestlöhne bei den westeuropäischen Nachbarländern. Eingeführt worden sei der Mindestlohn in Deutschland in dieser Höhe aber erst fünf Jahre später.