Ammerländer und Laka starten Embedded-Insurance-Kooperation
(v.l.n.r.): Tobias Taupitz, CEO Laka; Alexander Schwarze, Christian Buschkotte (beide Ammerländer), Ben Allen CTO Laka; Jens Hartwig, COO Laka, bei der Besiegelung der Partnerschaft in London. Bildquelle: Ammerländer
Die Ammerländer Versicherung und der britische Assekuradeur Laka wollen gemeinsam das Geschäft mit eingebetteten Versicherungen für Fahrräder und E-Bikes in Deutschland vorantreiben. Die Kooperation zielt darauf ab, den Versicherungsschutz direkt in den Kaufprozess bei ausgesuchten Handelspartnern zu integrieren.
Die Ammerländer, die „seit Jahrzehnten“ auf Fahrradversicherungen spezialisiert ist, begründet die Partnerschaft mit dem 2017 in London gegründeten Unternehmen damit, dass man gemeinsam „das erhebliche Potenzial von Embedded Insurance auf dem deutschen Fahrradmarkt erschließen“ wolle.
Mit Embedded Insurance ist gemeint, dass der Versicherungsschutz nicht separat beim Versicherer oder Vermittler abgeschlossen wird, sondern in den Kaufvorgang eingebettet wird – das kann bei Waschmaschinen, Smartphones, Autos oder eben auch Fahrrädern der Fall sein.
„Lakas technische Fähigkeiten und ihre Partner-Plattform machen sie zum offensichtlichen Partner, um unsere Lösungskompetenz im Bereich Embedded Insurance auf dem deutschen Fahrradmarkt weiter zu stärken“, kommentiert Ammerländer-Vorstand Christian Buschkotte das gemeinsame Vorhaben in einer Mitteilung.
Wie Laka parallel auf der Netzwerk-Plattform LinkedIn mitteilte, kamen die Unternehmen erstmals auf einer Branchenkonferenz miteinander in Kontakt. Beide Seiten hätten das Ziel, den digitalen Vertrieb in Deutschland zu stärken, zwar auch alleine verfolgen können, wie Laka schreibt – gemeinsam sei man aber „schneller und stärker“.
„Deutschland ist für uns von zentraler Bedeutung, um uns als führenden europäischen Anbieter für grüne Mobilitätsabsicherung zu etablieren“, wird Laka-Chef und Mitgründer Tobias Taupitz in der Ammerländer-Mitteilung zitiert. Mit dem Versicherer aus Westerstede gewinne man „einen starken Partner, um diese Vision gemeinsam voranzutreiben und nachhaltig auszubauen“, so Taupitz.
Laka arbeitet als Managing General Agent (MGA), was sich hierzulande mit dem Assekuradeur-Status deckt. Das Unternehmen verfügt nicht über eine eigene Vollversicherungslizenz und ist deshalb auf Risikoträger angewiesen. In Deutschland und Kontinentaleuropa übernimmt die Baloise-Tochter Baloise Assurances Luxembourg SA (BALSA) primär diese Funktion, wie der Laka-Website zu entnehmen ist.
Dabei tritt die Laka NL B.V. als bevollmächtigte Vertreterin der Baloise auf. Im britischen Heimatmarkt dient mit der Zurich ein weiterer Schweizer Versicherer als Risikoträger.
Laut des Portals Startupintros.com hat Laka bislang 57,8 Mio. US-Dollar in acht Finanzierungsrunden eingesammelt. Zu den Investoren zählen unter anderem HSBC Innovation Banking, Achmea, Creandum und Autotech Ventures.
Zum Kreis der Handelspartner gehören wiederum die Sportwarenkette Decathlon, die Fahrradmarken Cyklaer, Raleigh und Le Col sowie die Bank Santander Consumer Finance.
Welche konkreten Angebote aus der neuen Partnerschaft entstehen, haben die Unternehmen noch nicht offengelegt. Laka kündigte lediglich an, dass die erste Kooperation auf dem deutschen Markt „bald“ starten soll. Details sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Autor: Lorenz Klein
