Schlechter als Politiker: Versicherungsvertreter stecken im Image-Tief fest

Bildquelle: Axa Deutschland

Wer in Deutschland nach den angesehensten Berufen sucht, landet verlässlich bei der Feuerwehr, Pflegekräften oder Ärzten. Am anderen Ende der Skala zeigt sich seit Jahren ein gewohnt düsteres Bild für eine ganze Branche: Versicherungsvertreter bilden im jährlichen Berufe-Ranking das Schlusslicht der Gesellschaft – und schneiden selbst schlechter ab als die oft kritisierten Politiker.

Das geht aus der repräsentativen dbb Bürgerbefragung Öffentlicher Dienst 2026 hervor, die vom Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des dbb Beamtenbund und Tarifunion durchgeführt und am 30. Juli 2026 veröffentlicht wurde. Nur 6 Prozent der befragten Bürgerinnen und Bürger schreiben dem Beruf des Versicherungsvertreters ein „hohes“ oder „sehr hohes“ Ansehen zu. Im Vorjahr waren es sieben Prozent. 2007 lag der Wert bei immerhin 11 Prozent. Selbst Politiker kommen im 2026-Ranking auf 7 Prozent Zustimmung, während Beschäftigte von Telefongesellschaften bei 12 Prozent liegen. Einzig Mitarbeiter von Werbeagenturen schneiden mit 5 Prozent Zustimmung noch schlechter ab.

An der Spitze der von Forsa befragten Bürger stehen hingegen unangefochten Rettungs- und Pflegekräfte: Feuerwehrleute führen die Liste mit 94 Prozent an, gefolgt von Krankenpflegekräften (91 Prozent) und Altenpflegekräften (88 Prozent).

Das miserable Abschneiden der Versicherungsvermittler ist kein neues Phänomen, sondern eine traurige Konstante. Das Statistik-Portal Statista fasst die Daten der forsa- und Allensbach-Erhebungen regelmäßig in Infografiken zusammen. Auch dort wird der Beruf des Versicherungsvertreters systematisch als das Berufsbild mit dem geringsten gesellschaftlichen Prestige in Deutschland ausgewiesen.

Auch das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM, ehemals GfK-Nürnberg-eV) untersucht in regelmäßigen Abständen weltweit das Vertrauen in verschiedene Berufsgruppen. In diesem internationalen Vergleich belegen Versicherungsvertreter in Deutschland ebenfalls (gemeinsam mit Gebrauchtwagenhändlern und Politikern) die hinteren Plätze beim Vertrauensindex.

Das schlechte Image von Versicherungsvertretern ist keineswegs ein rein deutsches Phänomen, sondern zieht sich durch fast alle westlichen Industrienationen. In den USA erhebt das renommierte Umfrageinstitut Gallup seit Jahrzehnten die Werte für Ehrlichkeit und Ethik in verschiedenen Berufen. Dabei rangieren Versicherungsverkäufer im absoluten Tabellenkeller. Sie teilen sich die schlechtesten Werte traditionell mit Autoverkäufern, Werbemanagern, Lobbyisten und Kongressabgeordneten.

Autor: VW-Redaktion

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