Öffentliche Versicherer starten Gemeinschaftsprojekt Elementa

Öffentliche Versicherer warnen vor den wachsenden Risiken durch Naturgefahren. Bildquelle: Elementa Zentrum für Naturgefahren

Das Lager der öffentlichen Versicherer geht mit dem Online-Service Elementa in die Informationsoffensive über die Gefahr von  Extremwetterereignissen. Die Plattform soll Hausbesitzern, Bauherren sowie Planern helfen, Gebäude besser gegen Naturgefahren zu schützen. Elementa bündelt erstmals deutschlandweit zentrale Informationen zu Naturgefahren an einem Ort.

Starkregen, Hagel und Hochwasser setzen Immobilien in Deutschland immer häufiger zu. Mit der Online-Plattform „Elementa“ starten die öffentlichen Versicherer nun eine bundesweite Informationsoffensive. Das Ziel: Ein zentrales Portal, das präzise Risikoanalysen mit konkreten Baumaßnahmen verknüpft. Um Hausbesitzer, Bauherren und Architekten besser zu rüsten, haben die öffentlichen Versicherer gemeinsam mit dem Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung das Projekt „Elementa – Zentrum Naturgefahren“ ins Leben gerufen.

Das Herzstück der Plattform ist ein adressgenaues Risiko-Radar. Nutzer können hier direkt prüfen, wie gefährdet ihr Standort durch Flusshochwasser, Starkregen oder Hagel ist. Das System greift neben behördlichen Gefahrenkarten auf eine hochaufgelöste Hagel-Risikokarte des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zurück.

Ergänzt wird das Angebot durch ein integriertes Bauteilregister. Es bietet eine Übersicht geprüfter und zertifizierter Elemente – von hagelsicheren Dachziegeln bis hin zu speziellen Fassadenlösungen –, die die Widerstandsfähigkeit von Gebäuden nachweislich erhöhen.

Hinter der Initiative steht die Erkenntnis, dass effektiver Klimaschutz nicht an der Grundstücksgrenze aufhört. Elementa soll individuelle Vorsorge mit Konzepten der öffentlichen Infrastruktur verbinden.

„Der Schutz vor Naturgefahren ruht auf zwei Säulen: individueller Prävention am eigenen Wohnhaus und öffentlicher, übergeordneter Vorsorge“, betont Dr. Hans-Herrmann Drews, Geschäftsführer des IFS, an dem Elementa ansässig ist.

Neben praktischen Ratgebern für die bauliche Prävention dient das Portal auch als Schnittstelle für Forschungsergebnisse und Best-Practice-Beispiele der öffentlichen Vorsorge.

„Wir wollen den öffentlichen Schutz auf allen föderalen Ebenen fördern, indem wir funktionierende Schutzmaßnahmen als Best-Practice-Beispiele vorstellen und neueste Forschungserkenntnisse bekannt machen“, sagt Drews.

Dazu gehören laut dem Experten neben dem Schutz der Infrastruktur auch koordinierte Einsatz- und Rettungspläne für Katastrophenszenarien. Mit der Bündelung dieser Informationen wollen die Unternehmen aus dem öffentlichen Lager – darunter der bayerische Versicherungskammer-Konzern und der badische Versicherer BGV – einen Beitrag zur langfristigen Schadensenkung in Deutschland leisten.

„Mit Elementa sensibilisieren wir als öffentlicher Versicherer für die wachsenden Risiken durch Naturgefahren und zeigen konkret auf, wie Gebäude besser geschützt werden können – insbesondere schon in der Planungsphase. Damit leisten wir für Versicherungsnehmer, Kommunen und Partner einen wichtigen Beitrag zur Prävention“, sagt Matthias Kreibich, Vorstandsvorsitzender des BGV.

Die deutsche Versicherungswirtschaft blickte 2025 auf ein ruhiges Schadenjahr zurück. Die versicherten Schäden in der Sachversicherung beliefen sich nach Angaben des Branchenverbands GDV auf rund 1,4 Mrd. Euro, im Vorjahr standen mit 4,4 Mrd. Euro noch drei Milliarden mehr zu Buche. Anders als 2024 blieben große Überschwemmungen aus, stattdessen dominierten Sturm- und Hagelschäden. Beim GDV warnt man jedoch davor, aus der deutlichen Entspannung einen Trend abzuleiten, VWheute berichtete.

Autor: VW-Redaktion