Swiss Re: Versicherte Schäden für Naturkatastrophen sinken 2025 auf 107 Mrd. Dollar
Symbolbild Waldbrand. Quelle: jlujuro/Pixabay
Die versicherten Schäden aus Naturkatastrophen übersteigen 2025 zum sechsten Mal in Folge 100 Mrd. US-Dollar. Das geht aus einer aktuellen Studie von Swiss Re hervor. Als Hauptgründe werden die Rekordschäden durch die beispiellosen Waldbrände in Los Angeles im ersten Quartal 2025 und schwere Gewitterstürme ausgemacht. Insgesamt schätzt das Swiss Re Institute die versicherten Schäden im Jahr 2025 auf 107 Mrd. US-Dollar, 24 Prozent weniger als 2024 mit 141 Mrd. US-Dollar.
Mit 83 Prozent der geschätzten weltweiten versicherten Schäden von 107 Mrd. US-Dollar sind die USA auch 2025 der am stärksten betroffene Markt (89 Mrd. USD). Die Hauptursachen waren Waldbrände und SCS.
Die versicherten Schäden durch Waldbrände waren 2025 so hoch wie noch nie (40 Mrd. USD), berichtet Swiss Re. Das Ausmaß der Zerstörung ist eine Folge des Zusammentreffens von meteorologischen Faktoren wie anhaltender Hitze und Trockenheit sowie starken Winden mit einer zunehmenden Exponierung, insbesondere durch das Vordringen der Wohnbebauung, auch mit hochwertigen Immobilien, in den gefährdeten Übergangsbereich zwischen freiem Gelände und Siedlungsgebieten (Wildland Urban Interface, WUI), heißt es zur Erklärung.
„Trotz jährlicher Schwankungen steigen die versicherten Schäden insgesamt weiter an. Zum Schutz von Leben und Eigentum ist es daher essenziell, verstärkt Prävention zu betreiben, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und vorbereitet zu sein“, mahnt Jérôme Jean Haegeli, Group Chief Economist von Swiss Re. „Rückversicherer und die Versicherungswirtschaft insgesamt haben dabei zwei zentrale Aufgaben: Sie erfüllen eine finanzielle Pufferfunktion und fördern Widerstandsfähigkeit und Risikobewusstsein bei staatlichen Maßnahmen und privaten Investitionen, die künftigen Schäden entgegenwirken.“

Hohe Schäden durch schwere Gewitterstürme
Die weltweit versicherten Schäden durch schwere Gewitterstürme erreichten dieses Jahr 50 Mrd. Dollar. Damit ist 2025 das drittteuerste Jahr nach 2023 und 2024, und der mehrjährige Aufwärtstrend setzt sich fort. Das erste Halbjahr 2025 war in den USA von einer hohen SCS-Aktivität geprägt, wobei mehrere schwere Tornadoserien im März und Mai zu überdurchschnittlichen Tornado- und Windmeldungen führten, während die Hagelaktivität nahe dem Durchschnitt blieb. Im zweiten Halbjahr war die SCS-Aktivität bisher verhalten, und die Schäden durch Hagel- wie auch insgesamt durch Gewitterstürme lagen unter der saisonalen Norm.
In Europa kam es im Mai und Juni zu kräftigen Hagelstürmen, doch die versicherten Schäden hielten sich in Grenzen, weil vor allem Gebiete mit eher geringer Konzentration an hohen Werten betroffen waren. Insgesamt tragen SCS nach wie vor wesentlich zu den weltweiten Naturkatastrophenschäden bei.
„Wir beobachten einen stetigen Anstieg der Schäden durch schwere Gewitterstürme. Durch die Verstädterung in gefährdeten Gebieten, die steigenden Vermögenswerte, die höheren Baukosten und Faktoren wie alternde Dächer sind diese Stürme für die Versicherer zu einer zentralen Gefahr geworden“, sagt Balz Grollimund, Head Catastrophe Perils von Swiss Re. „Da Einzelereignisse nur selten zu hohen versicherten Schäden führen, müssen Versicherer den kumulativen Effekt häufiger Schadenereignisse von geringem Ausmaß und den Anstieg von Immobilienwerten und Reparaturkosten berücksichtigen. Um ein angemessenes Underwriting und Risikomanagement zu gewährleisten, braucht es eine ganzheitlichere Betrachtung dieser Gefahr.“
Hurrikan Melissa traf im Oktober im Südwesten Jamaikas als Hurrikan der Kategorie 5 mit geschätzten Windgeschwindigkeiten um 298 km/h an Land. Es war der stärkste Sturm, der jemals auf Jamaika gewütet hat, und bei Landfall einer der stärksten Hurrikane, die je im Atlantik verzeichnet wurden. Er verursachte katastrophale Windschäden, schwere Überschwemmungen und Erdrutsche auf ganz Jamaika. Daneben waren auch Haiti und Kuba betroffen.
Mit geschätzten versicherten Schäden von bis zu 2,5 Mrd. USD ist Hurrikan Melissa aktuell das teuerste Hurrikanereignis des Jahres 2025, so das Swiss Re Institute. Die Saison der tropischen Wirbelstürme im Nordatlantik (TCNA) umfasst bisher 13 benannte Stürme, 5 Hurrikane, 4 schwere Hurrikane und 3 Hurrikane der Kategorie 5 (Erin, Humberto und Melissa). Da erstmals seit zehn Jahren keiner dieser Hurrikane auf die US-Küste traf, werden die versicherten Schäden aus dieser Gefahr im Jahr 2025 voraussichtlich gering ausfallen.
In Südostasien kam es im November zu schweren Flusshochwasser- und Sturzflutereignissen, insbesondere in Vietnam, Thailand und Indonesien. Eine komplexe Konstellation von Wettersystemen mit mehreren interagierenden Wirbelsturmsystemen und einem verstärkten Monsun unter La-Niña-Bedingungen führte zu einer zerstörerischen Kombination aus Regen, Erdrutschen und Sturzfluten.
Im Juli dieses Jahres ereignete sich vor der Ostküste Russlands nahe der Halbinsel Kamtschatka ein Erdbeben der Stärke 8,8, das sechststärkste aufgezeichnete Erdbeben seit 1900. Das Erdbeben löste Tsunamiwellen aus, die Hawaii und die US-Festlandküste erreichten.
Autor: VW-Redaktion
