IG Metall lehnt Sozialpartnermodell ab

Die Bafin gibt grünes Licht für das erste Sozialpartnermodell in Deutschland. Quelle: Bild von Ohmydearlife auf Pixabay.

Mit dem Sozialpartnermodell sollte die betriebliche Altersvorsorge (bAV) attraktiver gemacht werden. In Praxis stößt es auf taube Ohren. Die Delegierten auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall haben sich nun mit großer Mehrheit dagegen ausgesprochen.

Im Rahmen des Alterssicherungskonzepts der IG Metall seien „Betriebsrentensysteme auf Basis einer reinen Beitragszusage und somit auch das Sozialpartnermodell ausgeschlossen“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) aus dem Antrag, der nun von 272 Gewerkschaftern – bei 139 Gegenstimmen – angenommen wurde.

Dies sei vor allem für den Landesverband Baden-Württemberg ein harter Rückschlag. Dort hätten die Vertreter der IG Metall seit Jahren zusammen mit den Arbeitgebern darüber verhandelt, wie sich dieses anspruchsvolle Reformkonzept tarifvertraglich in die Praxis umsetzen lassen könnte.

Dabei lehne die IG Metall laut Bericht vor allem die Kapitaldeckung als Baustein tragender Säulen der Rente grundsätzlich ab. Stattdessen fordere sie, die Kenngröße „Rentenniveau“ der gesetzlichen Rente von derzeit 48 auf 53 Prozent anzuheben.

Damit vertritt die Gewerkschaft eine grundlegend andere Haltung als die IG BCE und Verdi, die im Mai 2022 gemeinsam mit Uniper das erste Sozialpartnermodell ins Leben gerufen haben. Der tarifliche Arbeitgeberbeitrag setzt sich zusammen aus einem Grundbeitrag (zwei Prozent des Bruttojahresentgelts), einem Matchingbeitrag (1/3 des Grundbeitrags bei Arbeitnehmereigenbeiträgen) sowie einem Kosten- und Sicherungsbeitrag von insgesamt sieben Prozent der geleisteten Beiträge.

Der durch den Sicherungsbeitrag des Arbeitgebers finanzierte Sicherungspuffer kann zum Ausgleich von Marktschwankungen in der Rentenphase genutzt werden. Wandeln die Mitarbeitenden zusätzlich eigenes Entgelt um, zahlt der Arbeitgeber einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Entgelts, soweit durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden.

Autor: VW-Redaktion

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