Das tierische Geschäft von Agria

Der Markt für Tierversicherung boomt. Bildquelle: huoadg5888 auf Pixabay

Tierversicherungen sind ein lukratives Feld – nicht nur in Deutschland. Der schwedische Player Agria Petinsure expandiert nun nach Irland. Das dortige Geschäft leitet Bernard O’Sullivan. In Deutschland ist der Versicherer bereits seit 2021 aktiv.

Im Februar 2022 übernahm Agria das irische Unternehmen Capstone Financial Services Limited, das Haustierversicherungen unter der Marke Petinsure anbot. Nun wird Petinsure in Agria Petinsure umbenannt und Agria übernimmt auch die Rolle des Versicherers nach Arch Insurance. „Das ist erst der Anfang unserer Reise zur Stärkung des Angebots für irische Tierhalter. Der niedrige Versicherungstarif bietet Raum für Wachstum und eine bessere Tiergesundheit, während wir das Bewusstsein für die Vorteile einer Versicherung für Ihr Haustier schärfen müssen“, kommentiert Agnes Fabricius, CEO von Agria Djurförsäkring.

Seit Anfang 2021 ist Agria Petinsure auch in Deutschland aktiv. Die deutsche Niederlassung, das Managementteam und der Innendienst sind in Düsseldorf angesiedelt. Dafür kooperiert der Spezialversicherer bereits seit 2020 mit dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) mit dem gemeinsamen Ziel, die Gesundheit von Hunden zu verbessern und zu fördern.

Die Agria Tierversicherung wurde 1890 in Schweden gegründet und ist heute nach eigenen Angaben mit einem Marktanteil von 60 Prozent in Schweden der führende Anbieter von Haustierversicherungen. Neben der Haustierversicherung bietet Agria einen digitalen Veterinärdienst an, der über die Tochtergesellschaft Agria Vet Guide Videoberatungen für Haustierbesitzer anbietet. Agria beschäftigt 500 Mitarbeiter und erzielt 2021 Prämieneinnahmen in Höhe von 513 Mio. Euro.

Allerdings setzen derzeit auch andere Versicherer auf den vermeintlichen Boom-Markt Tierversicherung. Im Sommer letzten Jahres hatte die JAB Holding, die zu 90 Prozent der deutschen Milliardärsfamilie Reimann gehört, eine interessante Versicherungsnische für sich entdeckt. Die Holding wird das weltweite Haustierversicherungsgeschäft von Fairfax Financial abkaufen. Die Kaufsumme beläuft sich auf 1,4 Mrd. Dollar.

Auch die HanseMerkur will sich nun stark im Tiermarkt engagieren. So startete Mitte 2022 die HanseMerkur Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen. Bisher gab es schon einen Operationsschutz für diese Vierbeiner. Für das Tiersegment hat die HanseMerkur Allgemeine extra ein SHUK-System für Bestand- und Schaden entwickelt. Während die Beitragseinnahmen für die Tier-OP-Versicherung 2019 noch bei 0,1 Mio. Euro lagen, waren es 2021 schon sechs Mio. Euro. Die Tierkrankenversicherung wächst, während die Tierhalterhaftpflichtversicherung eher stagniert. Für 2022 war – wohl auch durch den Start der neuen Tierkrankenversicherung – ein Anteil des Tierschutzes von 23 Prozent an den gesamten Beitragseinnahmen der HanseMerkur Allgemeinen geplant. 2021 lag der Anteil noch bei 17 Prozent.

Corona scheint den boomenden Tiermarkt in Deutschland jedenfalls weiterhin befördert zu haben: Laut Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. sind allein 2020 rund eine Million neue Tiere in die deutschen Heime eingezogen. Laut einer aktuellen Umfrage der DEVK aus dem Jahr 2021 waren 41 Prozent der Deutschen der Ansicht, dass Hunde im Versicherungskontext anders behandelt werden als Katzen, weil sie Menschen schwerer verletzen können. Das meinten jüngere Menschen bis 24 Jahre seltener (31 Prozent) als die über 55-Jährigen (45 Prozent). Bei den Befragten bis 24 Jahre dachten 36 Prozent, dass Hunde meist größer und stärker sind als Katzen und deshalb extra versichert werden müssen. Im Bundesdurchschnitt sind 29 Prozent der Menschen dieser Meinung. Ähnlich viele stimmen der Aussage zu, dass Hunde teurere Schäden verursachen (30 Prozent). Immerhin 22 Prozent sind der Meinung, dass Katzen anderen eher aus dem Weg gehen und sie deshalb seltener etwas beschädigen.

Autor: VW-Redaktion

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