M&M sieht Trendwende bei Überschussbeteiligungen der Lebensversicherer

Bildquelle: David Schwarzenberg auf Pixabay

Der höhere Leitzins bei den Notenbanken könnte auch bei den Lebensversicherern zu einer Trendwende bei den Überschussbeteiligungen führen. Laut einer aktuellen Analyse von Morgen & Morgen hat in diesem Jahr erstmalig keine Versicherungsgesellschaft ihre Überschussdeklaration gesenkt.

Von den analysierten 53 Gesellschaften haben 20 Gesellschaften sogar ihre Überschüsse von 2022 auf 2023 im Durchschnitt um 0,30 Prozentpunkte erhöht. Demnach liegen die laufenden Verzinsungen der 53 Gesellschaften 2023 laut Analyse im Durchschnitt bei 2,1 Prozent. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es nur 1,9 Prozent. Die höchste Beteiligung an den Überschüssen bietet mit drei Prozent in beiden Jahren der gleiche Versicherer.

Die geringste Verzinsung beträgt demnach 1,25 Prozent. Im Vorjahr waren es 0,90 Prozent. Auch wenn in diesem Jahr eine beträchtliche Anzahl an Gesellschaften ihre Überschüsse erhöht haben, bieten immer noch 21 Versicherer eine Beteiligung von unter zwei Prozent und das trotz Erhöhungen von bis zu 0,40 Prozentpunkten. 32 Versicherer liegen inzwischen bei über zwei Prozent. 33 Versicherer haben ihre Deklaration nicht angepasst. 19 von ihnen waren bereits 2022 sehr gut aufgestellt und beteiligten ihre Kunden mit Überschüssen von mehr als zwei Prozent.

„Uns hat es überrascht, dass am Ende doch so viele Versicherer ihre Überschussbeteiligung erhöht haben. Diese Entscheidungen wollten wir besser einschätzen können und haben uns die relevanten Unternehmenskennzahlen der erhöhenden Gesellschaften sowie die Marktentwicklung angeschaut.“

Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei Morgen & Morgen

Allerdings habe der Zinsanstieg laut Morgen & Morgen in vielen Bereichen Auswirkung auf die Situation der Lebensversicherer. Der große Hebel, der bei den meisten Gesellschaften kurzfristig Mittel für Überschusserhöhungen freigesetzt hat, sind die größtenteils sinkenden Aufwände für die Zinszusatzreserve, die die Versicherer bilden müssen, um die teilweise hohen Garantiezinsen in den Beständen abzusichern.

Ein Haken: Der Zinsanstieg 2022 führt laut M&M vor allem in den festverzinslichen Anlagen zu stillen Lasten. Unter dem Strich würden die Bewertungsreserven deutlich zurückgehen. Dieser Rückgang sei nach Ansichten der Experten zunächst nicht besorgniserregend, da auch die Aufwände für die Zinszusatzreserve zurückgehen werden oder es sogar bei einzelnen Versicherern bereits Rückflüsse aus der Zinszusatzreserve geben wird. Eine Realisation von Bewertungsreserven zur Finanzierung der Zinszusatzreserve wird in geringerem Maße notwendig sein.

Autor: VW-Redaktion

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