Morgen & Morgen: Niedriger Rechnungszins wirkt sich kaum auf Prämien aus

Bildquelle: Deutsche Börse AG

Der Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung ist zum Jahresbeginn auf 0,25 Prozent gesunken. Die Lebensversicherer haben entsprechend darauf reagiert und ihre Tarifkalkulation insgesamt modifiziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse von Morgen & Morgen.

Insgesamt hat das Ratingunternehmen 156 Tarife untersucht – mit einem durchaus überraschenden Ergebnis: So wurde nicht einfach nur der Rechnungszins gesenkt. Auch die Wahrscheinlichkeiten, Kosten sowie Berufsgruppeneinstufungen seien größtenteils komplett überarbeitet worden.

„Dadurch sind richtig neue Risikoleben-Tarife zum Jahreswechsel auf den Markt gekommen, die sich in einem neuen Wettbewerb wiederfinden und im Mittel mit ungefähr fünf Prozent niedrigeren Beiträgen ins Rennen gehen“, stellt Thorsten Saal, Bereichsleiter Mathematik bei Morgen & Morgen fest. Dabei könne „die pauschale Erwartung, dass die Preise mit sinkendem Rechnungszins steigen werden, nicht bestätigt werden. Der Markt verfügt über weitaus mehr Stellschrauben, wie die Analyse zeigt“.

Zu diesen Stellschrauben gehören nach Ansicht der Analysten beispielsweise immer differenziertere Berufsgruppen-Einstufungen, Kosteneinsparungen sowie höhere Lebenserwartungen, welche zu sinkenden Preisen führen würden – vergleichbar zur BU vor einigen Jahren. Eine Rolle spiele dabei auch, dass schon über einen längeren Zeitraum die schlechteren Risiken mit klaren Zuschlägen, zum Beispiel über den Body-Mass-Index oder über die Kurzzeit-Nichtraucherangabe, belegt werden und so das „risikoarme Kollektiv“ günstig bleibe oder sogar günstiger werde. Außerdem hätten die Lebensversicherer auch die aktuellen DAV-Sterbetafeln zur Lebenserwartung herangezogen. Dies habe dazu geführt, dass die Unternehmen bei der Risikolebensversicherung mit niedrigeren Sterbewahrscheinlichkeiten kalkulieren und die Preise senken würden.

Insgesamt zeige sich, dass der Lebensversicherungsmarkt gut aufgestellt sei, heißt es weiter. So hatte Morgen & Morgen in diesem Jahr elf Tarife mehr bewertet als im letzten Jahr. Von 156 Tarifen erreichen 115 Tarife die Bestbewertung von fünf Sternen. Das sind 15 Tarife mehr als 2021. 25 Tarife werden mit vier Sternen ausgezeichnet – nur ein Tarif mehr als im vergangenen Jahr. 16 Tarife zeigen sich durchschnittlich und sind mit drei Sternen ausgezeichnet. 2021 waren es noch 20 Tarife. Schlechter als drei Sterne ist kein Tarif bewertet. „Die Risikolebentarife sind auf einem stabil hohen Niveau angelangt, das sich aber preislich sehr differenziert zeigt“, fasst Saal das Ergebnis zusammen.

Autor: VW-Redaktion

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