AfW: Corona setzt den Vermittlern bislang kaum zu

Die Corona-Pandemie hat den freien Vermittlern wirtschaftlich bislang kaum zugesetzt. Quelle: Bild von Nattanan Kanchanaprat auf Pixabay

Die Corona-Pandemie hat sich bei den Versicherungsvermittlern bislang nur wenig bemerkbar gemacht. Nach Angaben des Bundesverbandes Finanzdienstleistung AfW verdienten die freien Vermittler 2021 im Durchschnitt einen Umsatz in Höhe von 121.000 Euro und einen Gewinn von rund 64.100 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der durchschnittliche Umsatz damit um 1.000 Euro (plus 0,8 Prozent) und der durchschnittliche Gewinn um 4.250 Euro (plus 7,1 Prozent).

Allerdings sind die bestehenden Einkommensunterschiede in der Branche weiter zementiert worden, heißt es im Vermittlerbarometer 2021 des AfW. So befindet sich mehr als die Hälfte der befragten 2.028 Vermittlerinnen und Vermittler in den unteren Gewinn-Segmenten bis 50.000 Euro. Nur jeder fünfte Vermittler (18 Prozent) erreicht einen Gewinn von über 100.000 Euro (siehe Grafik).

Quelle: AfW

Nach Gewinn-Segmenten betrachtet gewannen vor allem diejenigen Vermittler hinzu, die bereits im Vorjahr mehr als 150.000 Euro Gewinn verzeichnet hatten. Vermittler, die einen Gewinn zwischen 75.000 und 125.000 verzeichnet hatten, büßten mit minus 2,2 Prozent am meisten im vergangenen Jahr ein. Auch Vermittler, die lediglich bis 10.000 Euro Gewinn aufwiesen, verloren leicht im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt zeigten sich somit bei den befragten Vermittlern keine extremen Entwicklungen bei ihrer Gewinnentwicklung.

„Die freien Vermittlerinnen und Vermittler konnten durch den raschen und flächendeckenden Einsatz von Online- und Videoberatung ihr Geschäft in der Pandemie überwiegend behaupten und sogar ausbauen. Es bleibt aber dabei, dass ein Gewinn von durchschnittlich 64.000 Euro, von dem auch die eigene Altersvorsorge bestritten werden muss, nicht für eine Neiddiskussion taugt, wie sie die Politik immer gern anstimmt.“

Frank Rottenbacher, Vorstand des Bundesverbandes Finanzdienstleistung e.V. (AfW)

Allerdings seien die weiteren Aussichten positiv: Insgesamt rechnen die befragten Vermittlerinnen und Vermittler mit einem durchschnittlichen Umsatzplus von sechs Prozent für die Zukunft. Die Unter-40-Jährigen erwarten sogar eine Umsatzsteigerung von 24 Prozent. Besonders skeptisch seien hingegen Vermittler, die 50 Jahre oder älter sind. Hier wird lediglich mit einem moderaten Plus von drei Prozent gerechnet. Zudem blicken reine Finanzanlagevermittler mit einer Umsatzprognose von plus 14 Prozent optimistischer in die Zukunft als Versicherungsvermittler (plus fünf Prozent).

Autor: VW-Redaktion

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