Gerhard Schröder macht Lobbyarbeit für einen Versicherungsmakler

Gerhard Schröder... (Quelle: Tim Reckmann/Flickr/https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

In der Öffentlichkeit wird Gerhard Schröder für sein Werben um die Gaspipeline Nord Stream 2 in Verbindung gebracht. Doch seit Januar 2020 macht der Altbundeskanzler auch Lobbyarbeit für den Versicherungsmakler BVUK GmbH aus Würzburg, wie die Recherchen von abgeordnetenwatch.de und Zeit zeigen. Mit Angela Merkel und Olaf Scholz gab es Gespräche über die Zukunft der Betriebsrente.

Achtmal habe er laut Bericht seit Anfang 2020 mit Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) telefoniert. Auch mit dem designierten Bundeskanzler Olaf Scholz und mit Hubertus Heil soll er gesprochen haben. Alles im Auftrag des Interessenverbandes BVUK („Betriebliche Versorgungswerke für Unternehmen und Kommunen e.V.“). Hinter dem Verein mit Sitz in der Hauptstadt steht ein Unternehmen gleichen Namens, der Versicherungsmakler BVUK GmbH aus Würzburg. Dieser ist vor allem auf die Betriebsrenten von Mittelständlern spezialisiert und erwirtschaftete einen Gewinn von 4,7 Mio. Euro.

Von Steuern finanzierte Abendessen zahlen sich aus

Mögliche Reformen der betrieblichen Altersvorsorge und deren Verbreitung sollte Gerhard Schröder durch seine guten Kontakte in der Politik vorantreiben. Eingefädelt hat die Kontakte das Altkanzlerbüro Schröders im Bundestag, schreibt die Zeit. Die Treffen fanden u.a. im französischen Restaurant Entrecôte in Berlin statt. Finanziert wird die Lobbyarbeit laut Bericht vom Steuerzahler in Höhe von 400.000 Euro pro Jahr.

2002 hatte Schröders rot-grüne Bundesregierung zusammen mit der Riester-Rente die betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung eingeführt und die freiwillige Betriebsrente mit großzügigen Steuergeschenken gefördert. Es ist jene Form der Betriebsrente, die die BVUK jetzt vertreibt. Wie aus dem Geschäftsbericht des Maklers hervorgeht, konnte die Große Koalition beim Thema Betriebsrente keine „großen Projekte umsetzen“. Die Ampelkoalition hingegen will laut Koalitionsvertrag die Betriebsrenten stärken, „unter anderem durch die Erlaubnis von Anlagemöglichkeiten mit höheren Renditen.“

Autor: VW-Redaktion

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